wertvoll #5

In den letzten Tagen veröffentlichte Josh Packard die Zusammenfassung seiner Dissertation im Internet. Josh hat für seinen PhD in Soziologie die Organisationsstrukturen von Gemeinschaften untersucht die sich zur Emerging Church Bewegung in den USA zählen. Sein besonderer Fokus lag dabei auf der Frage, wie es Organisationen gelingt der Gefahr von Institutionalisierung zu widerstehen. Da Institutionalisierung meiner Ansicht nach eine große Herausforderung ist, möchte ich mit dieser wertvoll-Ausgabe lediglich auf die erwähnte Zusammenfassung hinweisen.

Die Zusammenfassung findet sich hier:
›Organisational Structure, Religious Belief and Resistance: The Emerging Church‹

Einen ausführlichen Artikel in deutscher Sprache findet sich bei Björn:
Josh Packard‘s Erkenntnisse

Ich wünsche mir eine Auseinandersetzung mit der Frage der Institutionalisierung im emergenten Dialog hier im deutschsprachigen Europa, und empfehle deswegen die Ausführungen von Josh. Mögen sie uns eine Anregung sein, emergente Gemeinschaften zu ermöglichen und Wege zu finden der Institutionalisierung zu wehren.

3 Kommentare

  1. Ja, die Institutionalisierung..

    wie finden wir nun den “goldenen Mittelweg” zwischen unorganisiertem Chaos und starrem Absolutismus?

    Diese Frage stellte ich mir auch auf dem Symposium des evangelikalen Professorenforums in Regensburg. Der Anstoss zur emergenten Konversation wurde tatsächlich von Papst enedict XVI. gelegt.
    Der Titel hiess: “Wie prägen jüdisch-christlicher Glaube und Atheismus die Wissenschaft?”

    Mein persönliches Fazit:
    Zwischen den Extremen gibt es einen Zustand der inspirierten Harmonie. Das lässt sich sogar messen! :-))
    Es gibt Anregungen der Großhirnrinde, die sich bei Vorlesen von Psalm 23 bei Christen einstellen und sichtbar zu machen sind.
    (Allerdings stellen sich diese Hirnduchblutungssteigerungen auch ein bei UFO-Gläubigen oder bei Vertretern der “Spagettimonster”-Evolutionslehre (ET)).
    Ein chinesischer Professor hat ein Gerät entwickelt, mit dem Harmonie (Kohärenz) mit 120 kleinen Elektroden am Handgelenk
    abgelesen wird.
    Also, die Antwort, ob zuviel Institution oder Chaos, läßt sich ab sofort von der Wissenschaft beantworten.
    Wer im Frieden Jesu Christi ist und vom Heiligen Geist in Harmonie gebracht ist,der bekommt grünes Licht.
    Das ist doch ein emergenter Sprung in der evolutionären Entwicklung der Geistesgeschichte des Homo Sapiens, oder ? :-))

  2. Auf meinem globalen Blog [englisch] habe ich eben ein Interview mit Josh Packard zu seiner Dissertation und damit auch zu Institutionalisierung veröffentlicht: Interview with Josh Packard.

  3. Danke für das Interview. Bei Doktorarbeiten (zumindest in D) ist es üblich, sie zu verteidigen. Der Disput möge deshalb erlaubt sein.
    Eine empirische, 9monatige Feldstudie, die soziologische und pragmatische Erhebungen macht, die Religion als Produkt beschreiben und dann zum Ergebnis kommt, dass der Gegenstand der Untersuchung sich eher negativ (Widerstand, nicht so zu werden wie andere) definiert, und dann zu prognostizieren, dass in 100 Jahren Kirchenorganisation nach feministischem Muster laufen können, sind nicht haltbar. Da waren wir schon weiter. Auch wenn Josh Packard ein sehr sympatischer Typ ist, mit dem sich gut reiten lässt, wenn “der Hund, den er da im Rennen hat” einen Hasen braucht, um hinterherzurennen, dann ist er allenfalls für Windhundrennen geeignet (wie es ja tatsächlich in einigen Branchen üblich ist- “first comes, first serves”).”Dass die Kirche für seine Freunde arbeitet” heisst für mich aus Erfahrung auf gut deutsch, Kooperation wird angemahnt. Beim Militär heisst das “OK-Alarm”.
    Nachhaltigkeit (als Wunsch, eine lebenslange Professorenstelle zu besetzen)als institutionalisierte Nicht- Institution zu erzeugen, ist demnach ein Paradoxon.
    Wie sieht es aus mit biblischer Organisationsform? Wie mit kirchengeschichtlicher Machtfrage umgegangen wird, ist ebenfalls unbeantwortet.Liturgie und Sakramente werden nur gestreift. Pastorale und apostolische Leiterschaft werden herabgestuft.
    Vom theologischen “A Priori”-Ansatz ist ebenfalls nichts zu erkennen.
    So, was um Himmels willen, soll solch empirisch-Pragmatischer Ansatz bringen?
    Nehmt mir meine ketzerischen Gedanken bitte nicht übel, Luther hatte sicher auch ein paar nette Reitkumpane ;-))

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