Einladung: Freak-Akademie

Einige aus der Initiative Theorie-Juhu gehören zu denen, die eine Freak-Akademie (kurz frak) ins Leben gerufen haben. Andi hat folgende Einladung zum ersten FRAK-Wochenende für uns geschrieben:

Hey, ihr Denker und Theoriefreunde!

Bei den Jesus Freaks wird jetzt dann weitergedacht: In der frak, der Freak-Akademie. Dort sammeln sich alle die, die kulturwissenschaftlich, philosophisch und theologisch viel mehr machen wollen als das bisher passiert. Jeder, also nicht nur Freaks, jeder ist eingeladen, der gerne bessere und klügere Bücher liest als auf dem evangelikalen Markt zu bekommen sind und der ein Bisschen mehr über Welt nachdenkt als das in der christlichen Welt so passiert.

Das erste frak-Wochenende findet vom fünften bis zum siebten März in ‘Haus 27′ statt, das die Jesus Freaks in Borgentreich bei Kassel in der alten Kaserne gemietet haben, die der koptischen Kirche in Deutschland gehört. Kosten wird das wahrscheinlich 35 Euro, und worauf es ankommt, ist, dass du dich anmeldest, kommst und vor allem mitmachst! Das ganz grobe Thema wird “Anfänge” sein: Weil in das Thema so viel reinpasst und weil jeder schon mal was spannendes dazu gelesen hat oder sehr gute Gedanken dazu hatte. (Wem etwas anderes auf den Fingern brennt, kann gerne was anderes machen, oder nur so kommen.)

Wenn du kommen willst und auch noch was weißt – das muss auch kein Referat oder ein Vortrag sein -, dann meld’ dich über das Anmeldeformular des Educamps an. Kosten wird das Wochenende etwa 35 Euro, bring einen Schlafsack und Essgeschirr mit!

Bisher stehen schon drei oder vier Referate, eine Filmvorführung mit Diskussion und ein paar vorbereitete Themen für Diskussionen. Wir brauchen aber auf jeden Fall mehr. Wenn du was machen auf der frak machen willst, dann schick’ das doch schnell an ‘andi-at-thieves.org’, so dass wir einen groben Zeitplan aufstellen können und eventuell sogar schon fertige Paper oder zu lesende Texte rumschicken können.

Wie es aussieht, wird das ganz schön toll. Komm’, und bring deine denkenden und lesenden Freunde mit!

Emergent Südwest: Ein Erfahrungsbericht von Martin Gommel

Ich war vorletzten Samstag zum ersten Mal auf einem Treffen der emergenten Bewegung, und zwar beim Ortstermin SüdWest im Haus Bethanien in Durlach. Über Daniel Ehniss hatte ich davon gehört, mich angemeldet und konnte nun endlich mal dabei sein. Voller Spannung hatte ich die Wochen zuvor darauf gewartet und war schon etwas aufgeregt, was mich denn da erwarten würde.

Nach einem, mir sympathischen, liturgischen Frühgebet in der kleinen Kapelle, das Mark Reichmann vorbereitet hatte, begann die Vorstellungsrunde, in der – wie das Wort ja schon sagt – sich jeder kurz vorstellte und berichtete, warum er hier sei.

Anschließend läutete Daniel ein Brainstorming zur Zukunft der Initiative Emergent SüdWest ein und wir tauschten Gedanken, Ideen und Wünsche aus. An Ideen und Eigeninitiative fehlte es nicht und wir hatten in kurzer Zeit einige Flipchart-Blätter gefüllt. Diese Ideen führten zu konkreten Planung der Vernetzung und der Planung weiteren Treffen.

Gegen viertel nach eins gab es Mittagessen. Chili Non Carne, vegetarisch natürlich, da der ganzheitliche Ansatz auf diesen Treffen groß geschrieben wird. Dazu Kaffee und “Now” ein leckeres Bio-Getränk, das wesentlich besser schmeckte, als ich zunächst vermutete.

Während dem Mittagessen lernte ich einige Leute kennen, die nicht nur nett waren, sondern von denen einige auch so “tickten” wie ich. Obwohl wir uns teilweise noch nie gesehen hatten, funkte es gleich – also im positiven Sinne. Mir wäre es zu diesem Zeitpunkt gerade recht gewesen, das Mittagessen zum Tagespunkt Nummer 1 zu erklären und den Rest einfach wegzulassen. Es geht ja nichts über gute Gespräche.

Nach dem Mittagessen sahen wir uns eine erfrischende Videomeditation von Mark Reichmann an, die uns zu Gespräch und Austausch mit Gott einlud. Wir sahen viele bewegte und bewegende Bilder, was mir persönlich sehr zugesagt hat.

Darauf folgten drei Impulsreferate, die sich auf ihre Weise der Frage nach “Synergie von Theorie und Praxis” näherten.

Arne Bachmann machte den Anfang und sprach über die “zweite Naivität”, danach folgte Tobias Weimer, der ausführlich über das Leben Ernst Langes berichtete und zum Schluß lud uns Daniel Ehniss ein, “gemeinsam den Tod des autonomen selbst zu feiern”.

Den Inhalt dieser Referate hier aufzuführen würde zu viel Platz einnehmen, ich kann aber betonen, dass alle drei mich bis heute anregen und ich es genossen habe den Gedanken der drei zu folgen.

Nach den einzelnen Referaten gab es jeweils eine Zeit, in der wir als Gruppe laut über das Gesagte nachdachten, Fragen stellten und die Facetten des Vorgetragenen weiter explorierten. Da ich ein Mensch bin, der das gerne tut, fiel mir das ebenfalls positiv auf. Stundenlang hätte ich noch diskutieren und “denkend handeln” können.

Abschließend sprachen wir zusammen mit Hannes Müller die “Liturgie der Aussenseiter” von Madeleine Delbrel im Wechselgebet. Zuvor umriss Hannes in kurzen Zügen Leben und Werte von Delbrel, und so konnten wir noch besser nachvollziehen, was wir lasen und beteten. Ein Zusammenhang, der mir im Nachhinein besonders wichtig erscheint.

Kurz nach 18 Uhr verabschiedet wir uns voneonander und begannen aufzuräumen. Auf dem Heimweg wurde ich darüber etwas wehmütig, dass das Treffen schon vorbei war, so wie früher nach den Wochenendfreizeiten des roten Kreuzes. Als ich daheim ankam, hatte ich schon 4 neue Facebookanfragen, Emails und Twitter-Replies. Wir sehen: Die Verbindung bleibt.

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Wir planen im SüdWesten sowohl einen Stammtisch als auch halbjährliche Ortstermine. Wenn du dich gerne mehr mit der Initiative SüdWest verbinden möchtest, kannst du dich gerne bei daniel.ehniss@emergent-deutschland.de melden.

hören #53: Der Traum von einer anderen Welt – Ganzheitliche Nachfolge im Alltag (Shane Claiborne und Chris Haw)

Podcast-LogoAm Nachmittag des Studientages (den Podcast zum Vormittag findest du hier) ging es weiter mit einem biblischen Überblick von Chris von der Abrahamsberufung über die Könige und Propheten Israels bis zu Jesus und die Bedeutung der Nachfolge für heute. Das Kreuz ist die Verpflichtung der Christen für Gewaltlosigkeit und den Einsatz von Gerechtigkeit. Shane beendete den Vortrag mit einigen Praxisbeispielen und der Frage: Was heißt es Kirche zu sein? Was heißt es Kirche zu leben? Es nützt nichts, so Shane, sich über unsere Kirche zu beschweren, es geht darum, die Kirche zu leben die wir uns erträumen. Von der älteren Generation lernen und mit neuem Idealismus zu beleben. Am Ende stand der Dialog, in dem sich Shane und Chris oft wiederfinden. Sie sagen: “Gott, mach doch mal was!” Und Gott sagt: “Ich hab doch was gemacht: Dich!”

Es war ein inspirierender und sperriger Studientag, der uns herausfordert zu überlegen, wie wir in Deutschland, in unseren Gemeinden und unserem Alltag unser Christsein so leben, dass wir einen Unterschied machen. Es gibt viel zu tun…

hören #52: Der Traum von einer anderen Welt – Eine biblische Reflexion (Shane Claiborne und Chris Haw)

Podcast-Logo

Anfang November 2009 fand in Pohlheim in der Nähe von Gießen ein theologischer Studientag mit Shane Claiborne und Chris Haw und vielen Anderen statt. Über 600 Leute kamen um sich von den beiden motivieren zu lassen, Christsein gesellschaftsrelevant zu leben. Tobias Faix schrieb dazu:

In der ersten Session erzählten Chris und Shane aus ihrer Biographie und wie sie zu ihren “Communities” kamen und anfingen, sich gegen die gesellschaftlichen Gewohnheiten in Amerika zu wehren. So sandte Mutter Theresa Shane aus, um “sein Kalkutta” zu finden. Und das ist der Grund, weshalb sie hier waren. Sie wollten uns in Deutschland nicht sagen, wie wir zu glauben haben, sondern uns erzählen, wie sie ihr Kalkutta gefunden und gelebt haben. “Unser Kalkutta” müssen wir selber finden. So kam Shane zu dem Schluss: “Unser Traum des Evangeliums ist es, die Straße der Ungerechtigkeit mit der Gnade Gottes neu zu pflastern.”
Chris Haw fragte, wer soll sich um die sozial Schwachen kümmern soll? Wer soll sich um die Not in der eigenen Nachbarschaft kümmern? Ich kann leider nicht, ich habe so viel Besseres zu tun. Chris und seine Frau Cathy erfuhren die Berufung Gottes und deshalb zogen sie mit ein paar Anderen in den sozial schwierigsten Stadtteil Philadelphias, um mit den Menschen dort zu leben.

Schon fairbremt.de? – Neues Webportal in Bremen

Auf dem letzten Emergent-Forum 2009 in Erlangen wurde die Initiative von fairlangen.org vorgestellt. Inspiriert von dieser super Idee, eine regional ausgerichteten Internetpräsenz für einen faireren und nachhaltigeren Lebensstil aufzubauen, startet etwas Ähnliches nun auch für den Großraum Bremen. Das Motto lautet: “Besser fairbremt sein, als sich von anderen verbrämen lassen”. In den ersten Schritten geht es darum, einen Überblick über die Geschäfte zu bekommen, in denen man fair gehandelte Produkte einkaufen kann und durch Benutzerfeedback weitere Ideen zu sammeln.
Mehr Infos hier: fairer-leben-in-bremen.de oder kurz: fairbremt.de

hören #51: Vorstellungen von “Raum” und “Zeit” und das Wesen des Reiches Gottes (Jens Stangenberg)

Podcast-LogoEin zentraler Teil des Emergent Forums in Erlangen waren die Workshops am Samstag. Leider ist es schwierig, Workshops so aufzubereiten, dass sie hinterher noch gewinnbringend nachvollzogen werden können. Jens hat sich allerdings die Arbeit gemacht, aus seinem Workshop einen Podcast zu machen. Vielen Dank!

hören #50: Was tut Gott unter uns? (Harald Sommerfeld)

Podcast-LogoIm Abschlussgottesdienstes des Emergent Forums 2009 in Erlangen hat sich Haso der Frage gestellt, was Gott unter uns tut. Klingt erst mal nicht so spannend, war es aber ;o)

hören #49: Lesungen (Daniel Ehniß et al.)

Podcast-LogoAm zweiten Abend des Emergent Forums 2009 in Erlangen gab es eine Lesung, besser gesagt einige Lesungen. Gelesen wurde aus “Beziehungsweise Leben” und aus “Zeitgeist 2″, beide in der Edition Emergent des Francke-Verlags erschienen, und aus “Tanz auf der Fontäne”, C & P Verlag. Gelesen haben Daniel Hufeisen, Michaela Paul, Walter Faerber, Harald Sommerfeld und Jens Stangenberg, moderiert hat das ganze Daniel Ehniß.

hören #48: Was war und ist los in der emergenten Welt? (Dominik Sikinger & Tobias Künkler)

Podcast-Logo

Auf dem Emergent-Forum 2009 in Erlangen haben Dominik Sikinger und Tobias Künkler am ersten Abend Einblicke in ihre persönliche Reise und in die Entstehung des Netzwerks “Emergent Deutschland” gegeben. Wenn dich also interessiert, was uns so antreibt und wie wir als Netzwerk entstanden sind, dann ist dieser Podcast genau das Richtige für dich.

Abendmahl auf dem Forum

ef09 AbendmahlFür einige der Anwesenden stellte das Abendmahl am Sonntag Vormittag ein Höhepunkt dar. Dafür sorgte nicht zuletzt die Liturgie durch die Walter Faerber uns führte. Unterstützt wurde er dabei von Jan Fischer, Sandra Bils, Peter Aschoff und Tobias Künkler. Da Walter so nett war die Liturgie in sein Blog zu stellen möchte ich hier nur einen Abschnitt daraus zitieren und den gesamten Eintrag empfehlen:

Nach dieser Liturgie feiern wir auch in Ilsede im normalen Gottesdienst das Abendmahl. Allerdings ist es eine bewegliche Liturgie, die je nach Situation – geplant oder auch spontan – veränderbar ist. Es ist nicht so gedacht, dass man diese Texte Wort für Wort abliest; sie sollen lebendig bleiben und das heißt: durch die Subjektivität eines Menschen hindurchgehen. Nur das Grundgerüst bleibt als Rahmen bestehen. Deshalb ist dies hier auch nur eine ungefähre Wiedergabe aus dem Gedächtnis.

Die gesamte Liturgie findet ihr in Walters Blog: Abendmahl beim Emergent Forum.

ef09 Abendmahl 2

Interessant zu diesem gemeinsamen Abendmahl-erlben fand ich auch Peters Gedanken:

Das Abendmahl ist ein Beziehungsgeschehen. Es besteht exakt darin, dass eine glaubende Gemeinschaft von Jesusnachfolgern, Gottes Geist, das Wort der Verheißung und eben Brot und Wein an einem konkreten Ort zusammenkommen. Und das Zusammenkommen ist “das Eigentliche”. In dieser Beziehung aktualisiert sich ein Verhältnis, das von Jesus gestiftet und durch seinen Tod und seine Auferstehung begründet wurde. Aber eine Aktualisierung ist mehr als eine Erinnerung. Es wird eine Dynamik in Kraft gesetzt, ein Grundmuster kommt zum Vorschein, wenn wir die Worte sprechen, das Brot brechen und aus diesem Kelch trinken. Ein Muster, das verbindet: Menschen untereinander und Gott mit den Menschen. Ein Muster, das in Gott selbst schon angelegt ist, und in dem er sich uns mitteilt, und durch uns der ganzen Welt mitteilen möchte.

Den gesamten Eintrag findet ihr in Peters Blog: Emergentes Abendmahl.

Und wo ich das gerade so schreibe denke ich, wir könnten diesen Beitrag mit dem Dankgebet aus der Abendmahlsliturgie beenden:

Herr, unser Gott,
wir danken dir, dass du uns verbindest:
hier in Erlangen, als emergent conversation in Deutschland und in der ganzen Welt, als deine Christenheit unter allen Völkern. Wir gehören zu dir, wir lieben dich, wir vertrauen auf dich, wir halten Ausschau nach dir, bis du kommst und die Erde erneuerst in Herrlichkeit.
Amen.

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Das erste Bild wurde von Peter aufgenommen. Das zweite Bild stammt von Al_bright.