verstehen

Emergent Deutschland versteht sich als Begegnungsplattform und offener Ereignisraum im Rahmen eines wachsenden Netzwerkes von und für Christen unterschiedlicher Prägung. Es ist eine Initiative jenseits konfessioneller Engführung ohne das Bestreben, eine kirchliche Parallelorganisation aufzubauen. Vielmehr geht es darum, in Bezug auf bereits Bestehendes und in Hinblick auf zukünftige Entwicklungen Kommunikationsstrukturen zu schaffen, Gedankenaustausch zu fördern und kreative Initiativkraft zu stärken. Emergent Deutschland verfolgt damit das Ziel, in diversen kulturellen Kontexten den sich wandelnden theologischen Angangswegen und den daraus resultierenden Ansätzen für die Glaubens- und Gemeindepraxis Rechnung zu tragen. Bei allem sind wir davon überzeugt, dass in dem Zusammenspiel und der gegenseitigen Wertschätzung möglichst vieler gegenwärtiger christuszentrierter Strömungen mit all ihrem geschichtlichen Reichtum ein „größeres Bild“ vom Reich Gottes in seinen weltweiten Verzweigungen aufleuchtet (emergieren = auftauchen, hervorkommen, sich zeigen). Und wir glauben, dass es das Wirken des Geistes Gottes ist, der diese „Dynamik der Emergenz“ auch in unserem Land bereits hervorbringt und weiter hervorbringen will.

Was uns besonders wichtig ist:

  1. Alles Überlegen, Diskutieren und Anwenden geschieht in dem Bewusstsein, dass sich der dreieinige Gott in Jesus von Nazareth geschichtlich offenbart und die Welt mit sich versöhnt hat. Unser Leben erhält seinen Sinn in der Ausrichtung auf ihn.
  2. Als seine Nachfolger kultivieren wir unter uns und bei anderen eine lernbereite Atmosphäre, streben nach Integration von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung und fördern als Teil des Leibes Christi bestmöglich die Ausbreitung des Reiches Gottes inmitten dieser Welt.
  3. Wir begrüßen es, wenn Emergent Deutschland als ökumenisch ausgerichtetes Netzwerk wächst und durch unterschiedliche Begabungen und biographische Prägungen bereichert wird. Jeder, der sich konstruktiv einbringen möchte, ist willkommen.
  4. Als dezentrale Gemeinschaft lernen und arbeiten wir in gegenseitiger Achtung in Bezug auf die unterschiedlichen Glaubenshintergründe des Einzelnen. Wir üben uns aktiv darin, die verschiedenen Frömmigkeitsstile und geistlichen Prägungen wertzuschätzen.
  5. Es ist unser gemeinsames Anliegen, dass christliche Gemeinschaften nicht nur eine Botschaft ‚haben’ und diese missionierend verkündigen, sondern selbst in ihrer gesamten Gestalt, ihren Denkmustern, ihrer Atmosphäre und ihrer Umgangskultur zu einer Botschaft werden – d.h. als Ganzes missional wirksam sind.
  6. Der missionale Ansatz beinhaltet eine permanente kulturelle Kontextualisierung in Bezug auf überkommene Denkgewohnheiten, europäische Geistesgeschichte, gesellschaftliche Trends und praxisrelevante Gemeindeverständnisse. Emergent Deutschland möchte dahingehend einen fruchtbaren Meinungs- und Erfahrungsaustausch fördern.
  7. Es ist unser Anliegen, dass Emergent Deutschland nicht als eine „fertige Größe“, sondern als ein sich in Bewegung befindliches Beziehungsgeschehen wahrgenommen wird. Wir hoffen und erwarten, dass alle, die sich Emergent Deutschland zugehörig fühlen, einander mit dieser „Atmosphäre der inspirierenden Vorläufigkeit“ begegnen.