Bolz-Webers Kirche für alle. Ein Vorwort.

Man kann es auf der einen Seite als Außenstehender ziemlich amüsant finden, dass eine Pastorin allein durch ihr Frausein, ihre Tätowierungen und ihre coole Sprache einen christlich-medialen Hype generiert und als das neue It-Piece der christlich-progressiven Szene gilt: Sagt das nicht sehr viel aus über den erbärmlichen Zustand und das Wesen unserer Kirche?

Man kann sie auf der anderen Seite als den neuen Stern am Kirchenhimmel und als schillerndes Vorbild eines neuen Leitungs- und Kirchenideals feiern: Wenn wir nur mehr von ihrer Sorte hätten, dann wären unsere Kirchen voll!

Man kann sie drittens aber auch einfach als eine inspirierende Persönlichkeit wahrnehmen, sie auf das Emergent Forum 2016* einladen und ihre Gedanken als Ausgangspunkt für eine konstruktive Debatte über die Zukunft unserer Kirche nehmen.

Hm…wir nehmen Letzteres.

Dran bleiben und in den nächsten Tagen mehr erfahren.

 


* Tickets gibt’s hier: http://ef16.emergent-deutschland.de/anmeldung/

(Frühbucherrabatt noch bis 15.5)

Edition Einfach Emergent

In diesen Tagen erscheinen die beiden ersten Bücher aus der Edition ‚Einfach Emergent‘. Die Edition ‚Einfach emergent‘ greift Themen aus dem emergenten Dialog zu Kirche und Glaube im 21. Jahrhundert auf. Diese sollen in knapper und leicht verständlicher Weise zugänglich gemacht werden. Die Leserinnen und Leser werden eingeladen zum Nach- und Mitdenken wie Ausprobieren und Mitmachen.

01 EinfachEmergent - Emerging Church verstehen

Emerging Church verstehen. Eine Einladung zum Dialog

Tobias Künkler, Arne Bachmann, Tobias Faix, Illustrationen von Matthias Gieselmann

Wie kann der christliche Glaube zeitgemäß ausgedrückt werden? Wie sollten Kirche und Gemeinde im 21. Jahrhundert aussehen? Bei diesen und ähnlichen Fragen fiel in den letzten Jahren häufig das Schlagwort ‚Emerging Church‘. Doch was verbirgt sich dahinter?
Die Autoren dieses Buches gehen dem Phänomen Emerging Church auf den Grund und zeigen sowohl die internationale Bewegung als auch die deutsche Entwicklung auf. Dabei verstehen sie Emerging Church als einen fortwährenden Dialog über Fragen, die für den Fortbestand des Glaubens in einer Zeit tiefgreifender kultureller Umwälzungen existenziell sind. Die Autoren geben einen guten Überblick über die Entstehung sowie die (Zwischen-)Ergebnisse dieses Dialogs in Theorie und Praxis und wollen auf diese Weise den Leser / die Leserin dazu einladen, selbst an diesem Dialog teilzunehmen.

→ link zum Buch beim Francke-Verlag

02 EinfachEmergent - Evangelium

Evangelium. Gottes langer Marsch durch seine Welt

Walter Faerber, Peter Aschoff

Das Evangelium ist die Bewegung, mit der Gott geduldig und auf vielen Umwegen seine Welt zurückgewinnt. Peter Aschoff und Walter Faerber verfolgen diesen Weg von seinen Anfängen in Israel und in den Metropolen des römischen Imperiums bis zur globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts.
Das Ergebnis: keine zeitlose theologische Formel, sondern ein vielfältiger Weg, auf dem das Evangelium immer wieder neu Gestalt annimmt. Gott lässt sich auf die Fülle menschlicher Kulturen und Persönlichkeiten ein und findet seinen Weg auch in Zeiten voller Unsicherheit und Bedrohung.
Aus dieser Sicht sind die Krisen christlicher Großorganisationen in der westlichen Welt kein Grund, um die Zukunft der christlichen Bewegung zu fürchten. Sie sind eher Zeichen dafür, dass etwas Neues im Entstehen ist – aus dem Beten und dem Tun des Gerechten unter den Menschen.

→ link zum Buch beim Francke-Verlag

Emerging Church – weltanschaulich gesehen

In der aktuellen Ausgabe des Materialdienstes (7/2012) der Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen findet sich ein Artikel von Anika Rönz zum Thema »Die Emerging Church«. Walter Faerber hat sich diesen durchgelesen und eine Zusammenfassung in seinem Blog veröffentlicht. Hier ein kurzes Zitat aus seiner Zusammenfassung:

Rönz beschreibt die Emerging Church (EmCh) als “dezentrale, konfessions- und nationenübergreifende christliche Bewegung, die sich konstruktiv mit den Bedingungen der Postmoderne auseinandersetzen will, um Wege zu finden, unter diesen Bedingungen einen zeitgemäßen und zugleich evangeliumsnahen Glauben zu leben”. Tobias Faix wird mit den Worten zitiert, die EmCh sei “eine dynamische Bewegung inmitten des gesellschaftlichen Wandels”.

→ hier geht’s zu Walters Zusammenfassung.

Emergente Organisationen

Im März findet eine »Verfahrenswerkstatt: Emergente Organisationen« in Erlangen statt. Dabei handelt es sich um eine Kooperation des Procedere Verbundes mit der Elia Gemeinschaft. Auf der Webseite zur Veranstaltung findet sich folgende Beschreibung:

Das Phänomen – wie aus Teilen ein lebendiges Ganzes wird – wird als Emergenz bezeichnet. Eine grundsätzliche Herausforderung insbesondere für Organisationen, die eine anspruchsvolle Mission auf eine stark dezentrale, partizipative und individuelle Weise umsetzen wollen. In der internationalen und interkonfessionellen “emerging church” Bewegung wird dies erprobt. Es handelt sich dabei um eine der fluidesten und offensten Führungs- und Organisationsformen, die zugleich hoch fokussiert und solidarisch ist.

Ort und Termin

Elia Gemeinschaft, Obere Karlstraße 29, Erlangen.
23. und 24. März 2012

Informationen

Hier kann das Infoblatt zur Veranstaltung als PDF heruntergeladen werden.

→ weitere Infos und Anmeldung.

Richard Rohr – Emerging Christianity

Unter dem Titel »emerging Christianity – Ideen für eine Kirche der Zukunft« hielt Richard Rohr am 7. Juni 2011 einen Vortrag in der Markuskirche in Erlangen. Wir freuen uns heute einen Mitschnitt des Vortrages hier zur Verfügung stellen zu können:

Emergent Forum 2010 – jetzt anmelden

Emergent Forum 2010 - Postkarte

Ab jetzt ist es möglich sich fürs diesjährige Emergent Forum anzumelden. In diesem Jahr findet das Forum vom 19. bis 21. November im Weigle Haus in Essen statt. Viele weitere Infos zum Forum finden sich auf der Forumsseite, und am Besten meldest du dich dort dann auch direkt an

Postkarten fürs Forum

Postkarten - ef10

Heute kamen die Postkarten aus der Druckerei. Wir haben einen Karton voller Postkarten hier (in Karlsruhe) stehen und schicken dir gerne ein Päckchen zu. Wenn du also gerne eine Postkarte an eine Freundin schicken möchtest, oder einen Stapel davon irgendwohin legen willst, kannst du dir deine Ration bei uns bestellen. Dazu benutzt du am Besten das Formular auf dieser Seite.

Gerne darfst du auch wieder im Netz zum Forum einladen, dafür bieten wir dir diesen Code an:

<a href="http://emergent-deutschland.de/treffen/emergent-forum-2010/"><img src="http://emergent-deutschland.de/herunterladen/ef10_postkarte.jpg" border="0" alt="Emergent Forum 2010" title="Emergent Forum 2010" width="480" height="342" /></a>

Morgen trifft sich das Team um das Forum weiter vor zu bereiten, danach schreiben wir auch konkretere Informationen zum Forum in dieses Blog, und bieten dir die Möglichkeit dich anzumelden. Falls du es noch nicht getan hast, solltest du dir auf jeden Fall jetzt den Termin eintragen: Emergent Forum 2010 / 19. bis 21. November 2010 / Essen – Weigle Haus.

Komm mit auf die Suche nach einem dritten Weg!

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Besonderer Dank gilt Gerd Böttler für die Gestaltung der Postkarte.

Es geht ja doch!

Vom 12. bis 14. März 2010 veranstalten wir in Erlangen ein Wochenende mit Alan Roxburgh unter dem Titel »Es geht ja doch! – Missionaler Aufbruch in „ganz normalen“ Gemeinden« (Hinter diesem Link verbergen sich weitere Infos und die Anmeldemöglichkeit).

Unsere Gesellschaft hat sich stark verändert. Viele Kirchen stehen – bildlich gesprochen – plötzlich nicht mehr „mitten im Dorf“, sondern am Rand. Elitär klingende Schlagworte wie „missionale Gemeinde“ könnten da für zusätzliche Verunsicherung sorgen. Doch dahinter steht die Einsicht, dass unsere Sendung im biblischen Sinn mehr umfasst als „nur“ die Verkündigung mit Worten. Es geht darum, das Evangelium ganz konkret „Fleisch“ werden zu lassen.

Nun geschieht das nicht im luftleeren Raum oder frommen Ghetto, sondern mitten in der Kultur, im sozialen und öffentlichen Leben unserer Städte und Gemeinden. Wie können wir neue kulturelle Zugänge finden und dabei das Evangelium vom Mensch gewordenen und auferstandenen Sohn Gottes ganzheitlich mit-teilen?

Die gute Nachricht, um die sich diese Tagung dreht, ist: Auch bestehenden und traditionellen Gemeinden kann der Wandel im Inneren, also der Denkweisen, Gewohnheiten, Formen und Strukturen gelingen! Die biblische Verheißung des Heiligen Geistes gilt gerade denen, die von den Medien oder den Protagonisten der letzten Trends schon als hoffnungslose Fälle abgeschrieben wurden. Und all jenen, die oft ratlos vor den großen Fragen unserer unsteten Zeit stehen.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei Pfarrern, Pastoren und den jeweiligen Leitungsgremien einer Gemeinde zu. Sie können den missionalen Wandel kultivieren. Leider sind die wenigsten dafür ausgebildet und darauf vorbereitet. Alan Roxburgh möchte uns Mut machen und helfen, die aktuellen Veränderungsprozesse zu verstehen, und konstruktiv darauf einzugehen. Eine Tagung für „alte Hasen“ ebenso wie für „junge Wilde“.

Peter hat zu diesem Thema einen interessanten Eintrag in sein Blog geschrieben: „Missional“ und doch „normal“?

Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr hier.

Emergent Südwest: Ein Erfahrungsbericht von Martin Gommel

Ich war vorletzten Samstag zum ersten Mal auf einem Treffen der emergenten Bewegung, und zwar beim Ortstermin SüdWest im Haus Bethanien in Durlach. Über Daniel Ehniss hatte ich davon gehört, mich angemeldet und konnte nun endlich mal dabei sein. Voller Spannung hatte ich die Wochen zuvor darauf gewartet und war schon etwas aufgeregt, was mich denn da erwarten würde.

Nach einem, mir sympathischen, liturgischen Frühgebet in der kleinen Kapelle, das Mark Reichmann vorbereitet hatte, begann die Vorstellungsrunde, in der – wie das Wort ja schon sagt – sich jeder kurz vorstellte und berichtete, warum er hier sei.

Anschließend läutete Daniel ein Brainstorming zur Zukunft der Initiative Emergent SüdWest ein und wir tauschten Gedanken, Ideen und Wünsche aus. An Ideen und Eigeninitiative fehlte es nicht und wir hatten in kurzer Zeit einige Flipchart-Blätter gefüllt. Diese Ideen führten zu konkreten Planung der Vernetzung und der Planung weiteren Treffen.

Gegen viertel nach eins gab es Mittagessen. Chili Non Carne, vegetarisch natürlich, da der ganzheitliche Ansatz auf diesen Treffen groß geschrieben wird. Dazu Kaffee und „Now“ ein leckeres Bio-Getränk, das wesentlich besser schmeckte, als ich zunächst vermutete.

Während dem Mittagessen lernte ich einige Leute kennen, die nicht nur nett waren, sondern von denen einige auch so „tickten“ wie ich. Obwohl wir uns teilweise noch nie gesehen hatten, funkte es gleich – also im positiven Sinne. Mir wäre es zu diesem Zeitpunkt gerade recht gewesen, das Mittagessen zum Tagespunkt Nummer 1 zu erklären und den Rest einfach wegzulassen. Es geht ja nichts über gute Gespräche.

Nach dem Mittagessen sahen wir uns eine erfrischende Videomeditation von Mark Reichmann an, die uns zu Gespräch und Austausch mit Gott einlud. Wir sahen viele bewegte und bewegende Bilder, was mir persönlich sehr zugesagt hat.

Darauf folgten drei Impulsreferate, die sich auf ihre Weise der Frage nach „Synergie von Theorie und Praxis“ näherten.

Arne Bachmann machte den Anfang und sprach über die „zweite Naivität“, danach folgte Tobias Weimer, der ausführlich über das Leben Ernst Langes berichtete und zum Schluß lud uns Daniel Ehniss ein, „gemeinsam den Tod des autonomen selbst zu feiern“.

Den Inhalt dieser Referate hier aufzuführen würde zu viel Platz einnehmen, ich kann aber betonen, dass alle drei mich bis heute anregen und ich es genossen habe den Gedanken der drei zu folgen.

Nach den einzelnen Referaten gab es jeweils eine Zeit, in der wir als Gruppe laut über das Gesagte nachdachten, Fragen stellten und die Facetten des Vorgetragenen weiter explorierten. Da ich ein Mensch bin, der das gerne tut, fiel mir das ebenfalls positiv auf. Stundenlang hätte ich noch diskutieren und „denkend handeln“ können.

Abschließend sprachen wir zusammen mit Hannes Müller die „Liturgie der Aussenseiter“ von Madeleine Delbrel im Wechselgebet. Zuvor umriss Hannes in kurzen Zügen Leben und Werte von Delbrel, und so konnten wir noch besser nachvollziehen, was wir lasen und beteten. Ein Zusammenhang, der mir im Nachhinein besonders wichtig erscheint.

Kurz nach 18 Uhr verabschiedet wir uns voneonander und begannen aufzuräumen. Auf dem Heimweg wurde ich darüber etwas wehmütig, dass das Treffen schon vorbei war, so wie früher nach den Wochenendfreizeiten des roten Kreuzes. Als ich daheim ankam, hatte ich schon 4 neue Facebookanfragen, Emails und Twitter-Replies. Wir sehen: Die Verbindung bleibt.

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Wir planen im SüdWesten sowohl einen Stammtisch als auch halbjährliche Ortstermine. Wenn du dich gerne mehr mit der Initiative SüdWest verbinden möchtest, kannst du dich gerne bei daniel.ehniss@emergent-deutschland.de melden.

Abendmahl auf dem Forum

ef09 AbendmahlFür einige der Anwesenden stellte das Abendmahl am Sonntag Vormittag ein Höhepunkt dar. Dafür sorgte nicht zuletzt die Liturgie durch die Walter Faerber uns führte. Unterstützt wurde er dabei von Jan Fischer, Sandra Bils, Peter Aschoff und Tobias Künkler. Da Walter so nett war die Liturgie in sein Blog zu stellen möchte ich hier nur einen Abschnitt daraus zitieren und den gesamten Eintrag empfehlen:

Nach dieser Liturgie feiern wir auch in Ilsede im normalen Gottesdienst das Abendmahl. Allerdings ist es eine bewegliche Liturgie, die je nach Situation – geplant oder auch spontan – veränderbar ist. Es ist nicht so gedacht, dass man diese Texte Wort für Wort abliest; sie sollen lebendig bleiben und das heißt: durch die Subjektivität eines Menschen hindurchgehen. Nur das Grundgerüst bleibt als Rahmen bestehen. Deshalb ist dies hier auch nur eine ungefähre Wiedergabe aus dem Gedächtnis.

Die gesamte Liturgie findet ihr in Walters Blog: Abendmahl beim Emergent Forum.

ef09 Abendmahl 2

Interessant zu diesem gemeinsamen Abendmahl-erlben fand ich auch Peters Gedanken:

Das Abendmahl ist ein Beziehungsgeschehen. Es besteht exakt darin, dass eine glaubende Gemeinschaft von Jesusnachfolgern, Gottes Geist, das Wort der Verheißung und eben Brot und Wein an einem konkreten Ort zusammenkommen. Und das Zusammenkommen ist “das Eigentliche”. In dieser Beziehung aktualisiert sich ein Verhältnis, das von Jesus gestiftet und durch seinen Tod und seine Auferstehung begründet wurde. Aber eine Aktualisierung ist mehr als eine Erinnerung. Es wird eine Dynamik in Kraft gesetzt, ein Grundmuster kommt zum Vorschein, wenn wir die Worte sprechen, das Brot brechen und aus diesem Kelch trinken. Ein Muster, das verbindet: Menschen untereinander und Gott mit den Menschen. Ein Muster, das in Gott selbst schon angelegt ist, und in dem er sich uns mitteilt, und durch uns der ganzen Welt mitteilen möchte.

Den gesamten Eintrag findet ihr in Peters Blog: Emergentes Abendmahl.

Und wo ich das gerade so schreibe denke ich, wir könnten diesen Beitrag mit dem Dankgebet aus der Abendmahlsliturgie beenden:

Herr, unser Gott,
wir danken dir, dass du uns verbindest:
hier in Erlangen, als emergent conversation in Deutschland und in der ganzen Welt, als deine Christenheit unter allen Völkern. Wir gehören zu dir, wir lieben dich, wir vertrauen auf dich, wir halten Ausschau nach dir, bis du kommst und die Erde erneuerst in Herrlichkeit.
Amen.

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Das erste Bild wurde von Peter aufgenommen. Das zweite Bild stammt von Al_bright.