Was sehen wir, wenn wir glauben? Pt.2. Achtsamkeit?

Zweite Teil: Zwei Formen der Spiritualität mit offenen Augen

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In diesem Teil soll es darum gehen, was wir sehen, wenn wir glauben.

Es soll um eine Spiritualität der geöffneten Augen gehen. Und damit es nicht so langweilig wird, beginne ich mit einer Polemik.

Es gibt heute einen großen spirituellen Trend, die sogenannte Mindfulness. Das scheint mir eine der größten neuen quasireligiösen Bewegungen der letzten Jahre zu sein. Und diese kreist auch um das Thema der Wahrnehmung bzw. der Achtsamkeit.

Dabei lernt man ganz fokussiert zu sein, den Dingen Aufmerksamkeit zu schenken, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Man soll nichts bewerten, sondern einfach offen sein, ganz im Körper sein. Sich ganz der aufmerksamen Betrachtung des Gegebenen widmen. Wie die Amelié persönlich den kleinen Dingen Beachtung schenken. Das klingt doch gut und schön unideologisch. Ohne großen „Weltanschauungsbalast.“ So als sei man hier „einfach nur Mensch“ und könnte alle Übermalungen und Entfremdungen der technischen Welt hinter sich lassen.

Aber ich habe auch meine Zweifel. Gerade weil es so unideologisch klingt. So praktisch. Ohne große Dogmen, ohne große Agenda. Es geht ja schließlich nur darum, präsent zu sein. Und vor allem: mal seine Bewertungsmechanismen ausschalten. Und daran ist auch etwas Richtiges: damit man die Dinge noch einmal neu sehen lernen kann, muss man  gewohnte Muster der Bewertung, seine gewohnten Weltbilder und moralischen Reflexe ausschalten. Das kann dazu führen, die Welt neu zu sehen und Menschen neu begegnen zu können. Die Philosophen nennen das Epoché: das Einklammern der eigenen Vorurteile. Aber dieses führt nicht dazu, dass man sein Leben ohne Urteile führt, sondern, dass man die Dinge neu beurteilen lernt. Urteile sind weiterhin nötig, allein schon um schädliche Weltbilder, die entmenschlichen und ausgrenzen, verurteilen zu können.

Und bei dieser Betonung der Achtsamkeit wird manchmal der Eindruck erweckt, es gäbe keine Agenda, kein Weltbild dahinter. Kein Weltbild außer das „einfach nur“: einfach nur wahrnehmen, einfach nur präsent zu sein.

Aber in manchen Strömungen der Achtsamkeit lässt sich doch so etwas wie eine Agenda formulieren: „Stressabbau, Entschleunigung und die komplizierte Welt einfach mal sich selbst überlassen“ oder noch präziser: „innere Distanz“.
Distanz zu den eigenen Leidenschaften und zur hektischen Welt da draußen. Versuchen, einmal ganz „gelöst“ zu leben. Ohne den Dingen zu viel Wert zu geben, ohne den Dingen „anzuhaften“.

Das erinnert an die große „stoische Versuchung“: die Versuchung innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden, indem man die Leidenschaften ausschaltet, indem man das Engagement ausschaltet und einfach nur Beobachter spielt.

Ist das nicht eine Form der Wahrnehmung, die genau das ausklammert, was es bedeutet Mensch zu sein: nämlich eben nicht distanziert zu sein, sondern leidenschaftlich involviert. Man ist einfach kein distanzierter Zuschauer, sondern immer schon Betroffener und immer schon Handelnder. Man ist immer zuerst Teil der Welt, hat aktiv Anteil am Leben anderer, bevor man überhaupt erst Distanz zur Welt gewinnen kann.
Ist die Achtsamkeit nicht eine Strömung,  die davon lebt, die Relationalität des Menschen auszuklammern: sein leidenschaftliches Verstricktsein in die Welt menschlicher Zusammenhänge?
Passt nicht vieles, was unter dem Stichwort der „Achtsamkeit“ firmiert, nur allzu gut zu einer politischen und möglicherweise auch zwischenmenschlichen Indifferenz?

Und: ist das nicht eine Form der Spiritualität, die nur allzu leicht verzweckt werden kann? Wer ganz konzentriert im Hier und Jetzt lebt, wer Distanz zur Hektik um ihn herum hat, der ist auch ein effizienterer „Wissensarbeiter“. Der lässt sich nicht so leicht von Facebook ablenken. Der kann „auftanken“, um dann frisch „durchstarten“ zu können. Und so gelten Mindfulness und „Emotional Intelligence“ als die beiden großen Soft-Skills in der Silicon Valley Tech Branche.

Ich gebe zu, dass das noch mehr eine Polemik darstellt, als eine echte Auseinandersetzung und sicher gehört zu einem gesunden Leben der Rückzug, das zur-Ruhe-kommen und das Abstandnehmen dazu. Nur stellt sich die Frage: ist der Rückzug ein Moment in einem leidenschaftlichen, kritischen und involvierten Leben oder verhält es sich andersherum so, dass das Desengagement, der Rückzug in eine Beobachterposition, als das „eigentliche“ verstanden wird. Während all das andere zum Störfaktor wird: die Hektik, die Unruhe durch andere Menschen, die „Welt da draußen“?

Die christliche Botschaft scheint doch zu sein, dass Gott eben kein distanzierter Beobachter blieb, sondern sich die Sache mal aus der Nähe angeschaut hat. So ist Gott nicht einfach der allwissende, allmächtige Beobachter und Lenker, nicht einfach der erste Beweger, nicht der distanzierte und ruhige Betrachter, sondern ganz involviert in die Welt.

Leidenschaftlich involviert.

Die Frage ist wäre hier also: wie sieht eine christliche Wahrnehmung der Welt aus?

Eine leidenschaftlich, involvierte Wahrnehmung statt einer distanzierten Wahrnehmung?

Zunächst einmal muss man sagen, was das Christentum nicht ist: Weltflucht. Es geht nicht darum in eine andere („eigentliche“) Welt abzutauchen. So ähnlich wie wenn man einen langen Fantasyroman liest und ganz in der Welt aufgeht. Es geht nicht um eine andere Welt, um eine metaphysische Hinterwelt, sondern darum diese Welt anders wahrzunehmen.

Wir brauchen also eine Spiritualität der geöffneten Augen.

Davon spricht Jesus in Lukas 11. Ich lese mal aus einer Bibelübertragung vor:

„Eure Augen sind das Licht des Leibes; sie erhellen den ganzen Leib. Wenn ihr mit weit geöffneten Augen lebt, dann füllt sich euer ganzer Leib mit Licht. Wenn ihr jedoch mit zugekniffenen Augen, misstrauisch und gierig lebt, dann wird euer Leib dunkel. Lasst eure Augen weit geöffnet, lasst eure Lampe brennen, so dass ihr nicht muffig und trüb werdet.“

In dieser etwas putzig wirkenden Passage, sind die Augen tatsächlich so etwas wie das „Fenster der Seele“. Aber nicht, weil sie unser wert- und geheimnisvolles Innenleben offenbaren, sondern weil sie die Möglichkeit sind, mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben; weil sie durch eine offene und wache Wahrnehmung den ganzen Leib erhellen. Die geöffneten Augen stehen also für eine Offenheit für die Vielgestaltigkeit des Lebens. Für eine affirmative Sicht des Lebens und der Welt. Und für eine neugierige Sicht auf die Welt.

Die Rede von den offenen Augen deutet in gewisser Weise auf eine naive Sicht der Welt. Naivität ist zu Unrecht in Verruf gekommen (siehe Kohelets Abgeklärtheit). Naivität muss nicht zuerst Unwissenheit und Arglosigkeit bedeuten, sondern „Gebürtlichkeit“: die Welt so zu sehen, als sei alles frisch, als sei nichts selbstverständlich. Die Welt so zu sehen, als sei sie nicht in Stein gemeißelt und würde nicht ewigen Gesetzen folgen. Stattdessen die Welt so zu sehen, als ob sie uns noch überraschen könnte. Oder so, als hätte etwas Neues in der Welt begonnen.

Und gleichzeitig heißt es, die Augen nicht zu verschließen, vor „dem Alten, dem Erwartbaren und Allzubekannten“ in der Welt: Ausgrenzung, Gewalt, Ungerechtigkeit, Hass, Langeweile, Angst und Indifferenz. Phänomene, bei denen man schnell den Eindruck bekommen könnte, diese hätten sich wirklich im Wesentlichen kaum geändert.

Und dieser Text weist mit der Rede von den zugekniffenen Augen auch auf etwas anderes hin: auf schädliche Sichtweisen und Weltbilder. Auf eine Sicht des Lebens, die uns verschlossen macht gegenüber der Welt und anderen Menschen.

Und über verschiedene Arten des schiefen Blicks soll es im nächsten Post gehen.

Was sehen wir, wenn wir Glauben? Pt. 1 – Was ist Wahrnehmung?

Bei EinTagEmergent haben wir versucht einen Workshop-Tag zum Thema „Glaube und Wahrnehmung“ zu gestalten.Le_Caravage_-_L'incrédulité_de_Saint_Thomas

Nachdem schon einige Menschen am Freitag zum gemeinsamen Suppe essen kamen, hatten wir den Samstag damit begonnen, unsere Wahrnehmung zu schulen. Die niederländischen Künstler Rik und Geerard bereiteten einen Einstieg zum Werk von Vivian Maier vor.

Nun scheint das Thema Ästhetik sehr abschreckend und verkopft.

Doch hat Ästhetik zuerst nichts mit Rotwein, Käse und Hornbrillen zu tun, sondern mit unserer Wahrnehmng der Welt.

Wahrnehmung weist auf die leibliche Dimension unseres Lebens hin. Wir nehmen immer mit dem ganzen Körper wahr. Nicht nur mit dem Kopf, mit den Augen oder Ohren.

Wenn wir durch einen dunklen Flur laufen und plötzlich das Gefühl haben, hinter uns steht jemand, passieren verschiedene Dinge: Wir spüren möglicherweise so etwas wie ein Brennen in unserem Rücken; wir spüren förmlich den Blick eines anderen auf uns ruhen. Unser Herzschlag beschleunigt sich, unsere Hände werden schwitzig, wir drehen uns langsam um und beginnen dann erst zu sehen, ob da wirklich jemand ist oder nicht.

Vielleicht ist wegen dieser leiblichen Dimension die Wahrnehmung unser blinder Fleck. Wir reden gerne über das Denken und gerne über das Handeln, aber die Wahrnehmung ist das Dritte zu beiden und hat großen Einfluss auf beide Gebiete.

Wir können gar nicht denken, ohne vorher etwas wahrgenommen zu haben.

Wenn Denken nach-denken ist, dann heißt es, dass man im Denken der Sache nachgeht, die man vorher erlebt hat, die einem widerfahren ist und die man eben wahr-genommen hat. Anders herum beeinflusst die Art, wie wir über die Welt denken auch, was wir wahrnehmen können und was wir übersehen werden. Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und was wir ausblenden.

Und zuletzt: unsere Wahrnehmung ist ebenso eine ethische Frage: Wen sehen wir? Wie sehen wir andere? Als was sehen wir die Welt? Emmanuel Lévinas brachte das auf die Formel: „Ethik ist eine Optik“.

Wahrnehmung hat außerdem mit unserer Stimmung zu tun.
Stimmung ist nicht einfach Emotion, nicht etwas tief in unserem Inneren.
Stimmung heißt: „Gestimmtsein“ gestimmt wie die Saiten eines Musikinstruments. Oder eben verstimmt.
Stimmung ist, wenn ich auf die Welt antworte, und die Welt in gewisser Weise auf mich antwortet.

Das klingt sehr abstrakt.

Aber man stelle sich vor, wie es sei, die Welt vor allem ängstlich wahrzunehmen. Die Welt ist dann ein Ort voller Gefahren.

Überall lauert potenziell eine Bedrohung für Leib und Leben. Man steigt in den Bus ein, man schaut sich um und sieht diesen komischen Typen da sitzen. Und wird misstrauisch.In der Angst ist unsere Wahrnehmung sehr fokussiert. Unser ganzer Körper ist angespannt. Uns fallen kleine Details an Menschen auf. Wir sind jederzeit bereit, die Flucht anzutreten oder zu kämpfen.Die Welt ängstlich wahrzunehmen, heißt auch, den Menschen mit Misstrauen zu begegnen.

Unsere Wahrnehmung der Welt verändert sich ganz grundlegend, wenn wir „in die Liebe gefallen sind“. Auch, wenn es wie ein Klischee klingt, so ist es doch nicht falsch zu sagen: die Welt ist dann ein anderer Ort. Die Welt wirkt erschreckend frisch. Neu. Es ist, als würde man die Welt neu betreten. Als hätte man die Welt vorher nicht wirklich wahrgenommen. Man nimmt intensiver wahr. Und das kann durchaus auch etwas erschreckendes haben.

Und genau das Gegenteil: wenn wir Langweile haben. In der Langeweile ist unsere Aufmerksamkeit nicht angespannt wie in der Angst, sondern sie ist sozusagen schlaff. Wie ein Muskel, den wir lange nicht mehr trainiert haben. In der Langeweile sind wir völlig abgeklärt, die Welt hat alle Frische, jedes Gefühl des Neuen verloren. Sehr schön stellt das das Buch Kohelet dar. Ein biblisches Buch, dass ein ganzes Weltbild der abgeklärten, zynischen Langeweile darstellt. Ich habe hier mal einen Ausschnitt aus der Bibelübertragung „The Message Bible“:

„The Sun comes up and the sun goes down,
then does it again, and again.
The wind blows south, the wind blows north, the whirling, erratic wind.
All the rivers flow into the sea but the sea never fills up.
Everything is boring, utterly boring – no one can find any meaning in it.
There is nothing new under the sun.“

Was für eine schlimme Sicht der Welt! „Nichts Neues unter der Sonne“.
Alles schon geschehen. Alles schon gesehen.
Es passiert nichts, dass einen noch irgendwie begeistern könnte.
Hier wird eine Situation beschrieben, in der die Welt ihr Gewicht verliert. Alles ist langweilig. Nichts kann unser Begehren wecken, nichts will Leidenschaft, Kreativität, Lebensmut in uns wach rufen. Alles Ungewohnte betrachten wir aus der Perspektive des Futur II: „Es wird neu gewesen sein“. In den Worten Kohelets: „Wohl sagt man: Sieh dies an! Es ist neu! – Es war längst schon einmal da.“ Wenn man diesen Zustand sehr lange ausdehnt, dann hat man so etwas ähnliches wie eine Depression. Diese Welt ist dann ein Ort, der uns nicht mehr anmacht, der uns nichts mehr geben kann. Ein Ort, der auch keine Fremdheit mehr beherbergt. Denn das Fremde ist erst einmal alles mögliche: bedrohend, anziehend, rätselhaft, aber es ist sicher eins nicht: langweilig.

Wenn Wahrnehmung wirklich auch einen ethischen Aspekt hat, dann hat sie mit der Gesamtheit unserer Lebensführung zu tun.

Wenn wir die Welt ängstlich wahrnehmen, dann werden wir sehr vorsichtig leben. Wir werden versuchen, nicht zu viel vor die Tür zu gehen. Nicht zu viel Neues zu tun, weil alles könnte gefährlich sein. Wir werden den Menschen mit Misstrauen begegnen. Jeder Mensch kann mich potenziell belügen oder gefährden. Jeder Mensch wird zum Konkurrenten oder zur Bedrohung. Jede Begegnung ist ein Machtkampf.

Wenn wir die Welt gelangweilt wahrnehmen, abgeklärt, dann können wir zwar vor die Tür gehen, aber wir können es genausogut sein lassen. Denn die Welt ist ein idiotischer Ort, ein Ort, an dem nichts Neues mehr passiert. Wenn einem wirklich „nichts Menschliches mehr fremd“ ist, dann ist auch nichts mehr wirklich interessant, dann übersieht man auch die Unterschiede zwischen den Dingen. Denn selbst, wenn sich die Dinge wiederholen, dann wiederholen sie sich doch immer ANDERS. Wer so gelangweilt durch Leben geht, dem bleibt nur der Whisky und das verzweifelte, idiotische und freudlose Genießen:
„Lasst uns Essen und Trinken, denn Morgen sind wir tot“.

Eigentlich kann man sich in so einer Welt auch nicht engagieren. Denn es ist ja eh alles sinnlos. Die Welt wird sich nicht ändern, die Menschen werden sich nicht ändern und warum sollte man sich einbringen, wenn doch eh nichts Neues in der Welt geschehen kann?

(Im nächsten Post soll es darum gehen, was man denn nun sieht, wenn man glaubt. Und es werden zwei Formen der „Spiritualität mit offenen Augen“ unterschieden).

Anmeldung „Ein Tag Emergent 2015“ ist online

Die Anmeldung zu „Ein Tag Emergent“ am 28.11.2015 in Heidelberg ist online. Melde dich jetzt an und sichere dir einen der wenigen Teilnehmerplätze! Mehr Informationen findest du unter: Ein Tag Emergent 2015

“Wer Augen hat zu sehen…”

Ästhetik. Glaube. Ein Tag Emergent.

Schönes & Abgründiges, Anziehendes & Störendes, Rätselhaftes, logische Brüche und Widersprüche faszinieren uns – manchmal wider Willen – und fesseln die Aufmerksamkeit, bisweilen wecken sie sogar ästhetisches Empfinden. Ein Leben ohne solche Erfahrungen wäre wie Brot ohne Salz, wie Essen ohne Geschmack. Und letztlich erzählt die Widersprüchlichkeit viel mehr von Gott und unserem Glauben als weichgezeichnete Bilder und harmonisierende Geschichten. Warum sollten wir diese Facetten in unserem Zeugnis also weglassen? In einer eintägigen Werkstatt am 28.11.2015 möchten wir in Heidelberg ausprobieren, ob die ausgeblendeten Aspekte des Lebens die Kraft haben, etwas auszudrücken, woran Worte und Bilder oft versagen.

Neben einer künstlerischen Installation wird es viel Raum zur Begegnung und Workshops geben.
Eine Werkschau bietet eine Plattform eigene Versuche, auch gerne unfertig, laienhaft und improvisiert, im Raum zu inszenieren oder auf unsere provisorisch errichtete Bühne zu bringen.

Samstag, 28.11.2015
Beginn: 9.30 Uhr, Ende: ca. 18.00 Uhr
im Actionhouse Heidelberg

 

Update: Die Anmeldung ist online!

hören #87: Fundamentalismus aus systematischer Sicht (Alex Kupsch)

Hier kommt der vierte und letzte Beitrag von der Tagung der Theologie-Initiative am 8./9. Mai in Fulda. Alex Kupsch beschäftigt sich mit Fundamentalismus aus systematisch-theologischer Sicht und fragt nach Möglichkeiten, religiösen Fundamentalismus nicht von einer aufklärerischen Position her zu kritisieren, sondern aus dem inneren Potential der Religion selbst heraus.

hören #86: Fundamentalismus – ein Abgrenzungsbegriff der defensiven Vernunft (Arne Bachmann)

Am 8./9. Mai traf sich die Theologie-Initiative von Emergent Deutschland in Fulda. Zum Thema „Fundamentalismus“ gab es inspirierende Beiträge und Diskussionen.

Auch der dritte Beitrag stammt von Arne Bachmann. Er geht die F-Frage nun aus einer ganz anderen Perspektive an: wie kommen wir eigentlich dazu, Bewegungen unterschiedlichster Couleur in diesem Containerbegriff zusammenzufassen?

Achtung – die Aufnahme enthält an einigen Stellen kurze, nicht entfernbare Pieptöne. Sie verdanken sich unbekannten technischen Ursachen und sind keinesfalls dazu da, F-Worte oder besonders skandalöse Aussagen zu maskieren.

hören #85: Fundamentalismus – Notquartier in metaphysischer Obdachlosigkeit (Arne Bachmann)

Am 8./9. Mai traf sich die Theologie-Initiative von Emergent Deutschland in Fulda. Zum Thema „Fundamentalismus“ gab es inspirierende Beiträge und Diskussionen. Hier kommt der zweite Podcast von diesem Treffen:

Arne Bachmann spricht darüber, in welcher (post)modernen Geisteslage der Fundamentalismus zum Zuge kommt.

Communio-Forum // 20.-22.09.2013

Das Communio-Netzwerk (ehemals „Emergente Kommunitäten“) veranstaltet vom 20.-22. September 2013 in Reichelsheim (Odenwald) bei der OJC (Offensive junger Christen) ein Forum zum Thema „Gemeinsames Leben – Zwischen Vision und Wirklichkeit“:

Wie kann eine Gemeinschaftsgründung Bestand bekommen? Woher kommt die Unterstützung für den Weg durch Krisen, Konflikte und Ernüchterung? Wie kommt es zu einer gemeinsamen Vision? Das und viel mehr beim Forum.

Eingeladen sind all diejenigen, die in verbindlicher, christlicher Gemeinschaft leben oder sich für solch ein Zusammenleben interessieren. Alle weiteren Informationen findest du in diesem Flyer.

Blogschau Juni 2013

Das vermutlich denkwürdigste Ereignis im Land der emergenten Blogs war im Juni wohl dieses: Nach 10 Jahren inhaltsreichem, informativem, zeitgemäßem und in einem unglaublichen Maß beständigem und ausdauerndem Schreiben und Posten ist der Blog von Andrew Jones, tallskinnykiwi, umgezogen. Ihr findet die neue Seite hier. Die neue Seite soll auch neue Inhalte transportieren, angedacht hat er z.B. Ebooks und Plugins für Übersetzungen. Wir können also gespannt sein! Und ich sage: Chapeau! für 10 Jahre prima bloggen, und: Danke.

Wir nähern uns ja der Urlaubs- und Reisesaison, und das schlägt sich dankenswerterweise auch in den Blogs nieder. Wer sein Fernweh befeuern möchte, kann das z.B. bei Cedric Weber tun, der von Indien berichtet, Tipps gibt und auch einen Haufen schöner Fotos dazu hochgeladen hat. Auf kwefeldein gibt es atemberaubende Bilder und einen Reisebericht von Patagonien. Und Jonny Baker berichtet von seinem Besuch bei der United Church of Canada, einer Gemeindebewegung, die mit einer großen Offenheit Reich Gottes lebt und sich im worship-Bereich insbesondere um gute Theologie in den Songs bemüht. Dazu passt auch der offene Brief, den Brian McLaren an worship songwriters verfasst hat.

Daniel Hufeisen war mit seiner Gemeinde in der Türkei mitten im Geschehen, und berichtet wie er die Proteste dort erlebt hat.

Auch schon eine ganze Weile zurück liegt der ev. Kirchentag im Mai, und blueeyedbeliever schreibt einen Artikel, der mich sehr nachdenklich macht: Dass Jugendliche und twentysomethings auf solchen Veranstaltungen kein Forum bekommen und daher auch nicht gehört werden.  Das erinnert mich an Bonos pity the nation that won’t listen to their boys and girls, also, vielleicht kann ja wenigstens schon mal dieser Artikel Gehör finden…  Toby Faix macht sich Gedanken zur Relevanz christlicher Jugendarbeit und fasst seine Ergebnisse hier zusammen.

Wer von euch aber diesen Sommer nicht verreisen kann oder will, der kann seine Erinnerung befeuern. Erinnern ist eine gute Sache, die den Glauben stärkt, und Brad Culver hat ein paar Vorschläge, wie man Erinnern aktiv gestalten kann. Oder aber ihr geht in die andere Richtung und wagt etwas- Allison Versterfelt hat auf storyline etwas zum Aufbrechen ohne Reue zu sagen. Und Micha Schmidt schreibt auf mateno über seinen Selbstversuch im Balkongärtnern.

In Punk Monk ist mir gerade der Begriff thin places für Orte begegnet, an denen Gott in besonderer Weise erfahrbar ist. Darrell Grizzle hat auf einen sehr informativen Artikel über keltische Spiritualität verwiesen, den ihr hier finden könnt.

Philipp Mertens zitiert Leo Baeck und macht sich Gedanken über die Balance von geschichtlichem und „inspiriertem“ Bibelverständnis.

Und theolobias hat einen Clip von Jens Böttcher gepostet, der so sagenhaft gut ist, dass ich ihn hier noch erwähnen muss- stark in Wort, Ton & Bild, und zum Weinen schön.

Blogschau April/Mail 2013

Während ich das hier schreibe, haben wir schon Mitte Mai, alles blüht, wächst und bemüht sich, Frühling zu sein. Der Gemeinschaftsgarten Ackerdemie von mateno steht dem in nichts nach, auch wenn Wachstum oft sein eigenes Tempo, und meistens nicht unseres hat. Gedanken dazu und Fotos von der Ackerdemie gibt es hier: http://mateno.org/2013/04/26/es-wird-wachsen/ Und wo wir gerade schon bei Fotos sind, dann klickt doch auch mal in den Artikel über die World Photography Awards auf kwerfeldein- da gibt es inspirierende und packende Bilder zu sehen: http://kwerfeldein.de/2013/04/30/sony-world-photography-awards-2013/

Und ein paar gute theologische Gedanken zu unserer Verantwortung als Christen, uns um die Schöpfung zu kümmern, führt Rich Cizik aus: http://www.patheos.com/blogs/faithforward/2013/05/burn-it-all-down-isnt-christian/

Maria Herrmann macht sich Gedanken über die Parallelen zwischen ihrer Arbeit als Webdesignerin und unserer Position als Gottesdienstbesucher. Sie stellt den Begriff „responsive theology“ vor: http://blog.tomatedesign.de/artikel/antworten

Und Brad Culver gibt eine Einführung in Meditation nach Ignatius von Loyola: http://livingwaterfromanancientwell.blogspot.de/2013/04/ignation-meditation.html

Sicher habt ihr alle etwas vom Kirchentag in Hamburg mitbekommen, Toby Faix fasst seine eigenen Eindrücke hier zusammen: http://toby-faix.blogspot.de/2013/05/kulturokumeniker-trifft-okomittelstand.html

Auf der re:publica 2013 in Berlin haben Tanja und Johnny Häusler eine Menge über unsere Kinder und unseren Umgang mit ihnen zu sagen: http://pastorsandy.de/?p=1983 Und sie sind nicht die einzigen, die sich um Erziehung Gedanken machen. Tony Jones z.B. fragt sich, wie wir in unseren Gemeinschaften und Gemeinden mit Kindern und Jugendlichen über Wissenschaft reden sollen http://www.patheos.com/blogs/tonyjones/2013/05/02/jesus-hugging-dinosaurs-talking-to-kids-about-science-at-church/ und Brian Mc Laren empfiehlt ein Netzwerk, was sich mit Erziehung im emergenten Sinn befasst: http://www.patheos.com/blogs/brianmclaren/2013/05/qr-bible-study-for-a-7-year-old/

Dann ist noch zu erwähnen, dass Walter Faerbers Seite ein neues Design verpasst bekommen hat: http://www.walterfaerber.de/ Und blueeyedbeliever berichtet von seiner Woche in Taizé, worauf ich gerne verweise, weil ich dieses Jahr auch zum ersten Mal hinfahre. Und gleich noch dazufüge, dass es auch Familienwochen gibt. http://blueyedbeliever.wordpress.com/2013/04/14/wie-der-teufel-das-weihwasser-oder-warum-es-mich-jedes-jahr-wieder-nach-taize-zieht/

Und ausserdem ist Arne Bachmanns Blog umgezogen, unter arnachie.posterous.com ist nichts mehr zu finden- weiter geht es bei http://failingforward.wordpress.com/ Klickt doch mal drauf!