10 Fragen an Nadia Bolz-Weber

Nadia Bolz-Weber ist Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und Gründerin der Gemeinde „House for all Sinners and Saints“ in Denver, Colorado. Sie ist Autorin verschiedener Bestseller (z.B. „Ich finde Gott in den Dingen, die mich wütend machen“: Pastorin der Ausgestoßenen) und wenn sie nicht gerade auf dem Emergent Forum 2016 Hauptrednerin ist, findet man sie zuhause bei ihrer Familie, beim Gewichtheben oder im Freien mit ihrer Deutschen Dogge Zacchaeus. Zehn Fragen an Nadia – los geht’s:

 

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind.

Wo Gott den Menschen trifft. Luthers Botschaft vom nahen Gott von Gerhard Forde und die Kurzgeschichten von Flannery O’Connor.

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Den Begriff verwendet in den USA niemand mehr. Eine Zeit lang hat er sich aber vor allem auf postmoderne Gemeinden bezogen.

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Menschliche Sünde. Dieselbe Herausforderung, die Christen schon immer hatten. Wir wollen unsere eigenen Götter sein. Wir wollen unsere Feinde nicht lieben. Wir wollen nicht vergeben oder uns vergeben lassen. Wir wollen im Recht sein. Manches ändert sich nie.

4. Die gute Nachricht ist…

die schlechteste gute Nachricht, die ich je gehört habe. Denn sie bedeutet Barmherzigkeit, Gnade und Vergebung für mich UND für meine Feinde. Und doch kann nur sie mich retten.

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

In meinem Leben kommt Spiritualität im Scheitern zum Vorschein und nicht, wenn ich nach ihr strebe. Das heißt, ich werde verwandelt, wenn meine Pläne und Maßnahmen allesamt fehl gehen – wenn mir vergeben wird, wenn mir eine Art von Liebe zuteil wird, derer ich mich nie als würdig genug erweisen könnte. Spiritualität ergibt sich für mich nie daraus, dass ich mir das Ziel setze, spiritueller zu werden.

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich:

So eine bizarre Sex-Sekte in Kalifornien hat mich gebeten, auf ihrer Freizeit zu sprechen. Ich habe dankend abgelehnt.Moment mal, ihr seid keine bizarre deutsche Sex-Sekte oder?

8. In zwanzig Jahren wird…

es Raketenrucksäcke für alle geben.

9. (Diese Website ist) mein Geheimtipp im Netz:

Gib auf der Homepage Nummer und Anschrift an. (Frage an alle: Wo liegt der Übersetzungsfehler?)

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

I love Jesus, But I Swear a Little: An Open Invitation to Unfriend Me on Facebook, Stop Following Me on Twitter and Discontinue Reading My Blog if You Need To.

10 Fragen an Christina Brudereck

Christina Brudereck, Jahrgang 1969, lebt als Schriftstellerin in Essen. Sie schreibt, spricht, reimt und reist und verbindet dabei Poesie, Spiritualität und Menschenrechtsfragen. Gemeinsam mit dem Pianisten Ben Seipel bildet sie das Duo 2Flügel. Sie liebt Indien, Südafrika und das Ruhrgebiet, wo sie in einer Kommunität lebt. Im September wird sie beim Emergent Forum 2016 dabei sein. Zehn Fragen, zehn Antworten – los geht’s!

 

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind.

„Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus.“ Von Luna Al-Mousli. Das Buch ist ein Kleinod! Das Leseerlebnis beginnt beim Berühren des Papiers. Die grafische Gestaltung ist eine Kunst. Die junge Autorin schreibt herzergreifend, sympathisch. Ein aktuelles Buch zum Mitleiden, Fühlen, Hineindenken, Verrücktwerden.

Und, gerade gelesen: „Kaddish“ von Leon Wieseltier. Ein Sohn betet für seinen verstorbenen Vater. Er betet das Kaddish, das traditionelle Trauergebet seiner jüdischen Erzählgemeinschaft.  Ein Buch über die Wiederentdeckung der eigenen Wurzeln und Schätze. Über Unterbrechungen und Abschiede, den Umgang mit Lücken. Stilistisch nicht einzuordnen; ein dicker Essay, Biografie, voller Aphorismen, ein großes Gedicht.

 

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Ich denke bei „emergent“ an meinen Lieblingsbaum. Eine alte Süßkirsche. An Wurzeln, rosa Blüten, Wetter, Rhythmus, Licht, Reife, roten, süßen Mund. Mit „Emerging Church“ bete ich: Die Geistkraft möge ausblühen, was wachsen will.

 

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Korruption. Bestechlichkeit. Angst. Dass wir uns kaufen lassen. Einlullen lassen vom Markt. Täuschen lassen von Medien. Dass wir uns einschüchtern lassen von Menschen, die Einfluss haben. Dass wir nicht sagen, was wir denken. Und nicht tun, was wir sagen.

 

4. Die gute Nachricht ist…

Wo die Geisteskraft weht, ist Freiheit. Immer wieder zeigen uns einzelne Personen und Bewegungen, dass es anders geht. Dass die Liebe stärker ist. Dass die Freiheit mehr fasziniert. Dass Gnade gewinnt.

 

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

Ich meditiere jeden Tag. Lebe in einer Kommunität. Schreibe Tagebuch. Ich stehe morgens am Fenster, verneige mich und sage Richtung Himmel: Meine Kraft kommt von Dir. Meine Freude kommt von Dir. Meine Aufgabe kommt von Dir.

 

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

Nach meinem theologischen Examen und Assement-Centre wurde meine kirchliche Laufbahn gestoppt. Ich konnte kein Vikariat machen, wurde keine Pfarrerin, musste mir einen eigenen Weg suchen. Der Satz „Die Kirche braucht mich nicht“ meldet sich immer wieder mal zu Wort. Ich will ihn gar nicht glauben, aber er hat meine Lebensberufung so tief in Frage gestellt, dass er sich immer noch mal meldet. Dann werde ich stumm, zynisch oder bockig, im besten Fall zornig. Das ist aber alles nicht hilfreich…

 

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich:

Als ich in Südafrika Heimweh hatte und ausgerechnet in einem jüdischen Café ein Zuhause fand. Als ich neulich beklaut worden war. Handy, Schlüsselbund und Portemonnaie weg. Und Henning Baum, der letzte Bulle, saß vor der Eisdiele. Da hätte ich am Liebsten gerufen: „Mick, aller Macho, hilf mir! Halte den Dieb!“

Als ich in einer Gruppe mit Jüdinnen, Muslimen, Orthodoxen und Katholikinnen immer „Unsere Jüngste“ genannt wurde; ich, die Protestantin.

 

8. In zwanzig Jahren wird…unsere Generation, wissen Mark Twain meinte, als er sagte:

In zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, verlasse den sicheren Hafen, hol dir die Passatwinde in deine Segel. Erforsche. Träume. Entdecke.

 

9. Diese Website ist mein Geheimtipp im Netz:

transcend.org/galtung – Der Friedensforscher Johan Geltung ist eine Koryphäe. Was friedliche Lösungen und Wandel angeht, hat er einfach mehr Erfahrung und vor allem mehr Phantasie.

 

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

Ich schätze den Blog von Alice Walker (Alicewalkersgarden.com) und denke an den Beitrag vom 27. November 2015 „Talking About Paris To A Five Year Old“. Alice Walker kommentiert einen Text von Frank Barat mit den Worten: „Ich meine, so ein Gespräch sollten alle Erwachsenen mit ihren Kindern in der ganzen Welt führen.“

Zehn Fragen an Gofi Müller

Gofi Müller, 70er Jahrgang, ist Autor, Musiker und Maler und lebt mit seiner Familie in Marburg. In den vergangenen Jahren veröffentlichte er mehrere Bücher und Musikalben. Zusammen mit Jacob „Jay“ Friedrichs macht er in jüngster Zeit vor allem mit dem Projekt Hossa Talk von sich hören. Gut, dass die beiden im September beim Emergent Forum dabei sind. Wir haben Gofi unsere Klassiker-Fragen gestellt:

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind.

Besonderen Eindruck hat bei mir ‚Betting on the Muse‘ von Charles Bukowski hinterlassen, diese Betrachtung des Lebens von schräg unten mit unverhohlener Gehässigkeit finde ich persönlich total aufschlussreich und in all ihrer Hässlichkeit wunderschön. N.T. Wright ist für mich ein besonders wichtiger Theologe. ‚Surprised by Hope‘ war ein großer Augenöffner.

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Ich habe hier zum ersten Mal erlebt und gelernt, dass man wirklich über alles im Bereich des Glaubens reden und nachdenken darf. Das war ein wahnsinnig befreiendes Erlebnis. Ich verstehe Hossa Talk als eine direkte Folge daraus.

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Ich denke, die größte Herausforderung besteht darin, sich nicht in altbekannten Denk- und Glaubensmustern zu verschanzen, sondern sich immer wieder neu mit den Herausforderungen unserer Zeit zu konfrontieren und uns zu hinterfragen, was es hier und jetzt bedeutet, Jesus nachzuahmen.

4. Die gute Nachricht ist…

die Botschaft, dass Gott uns von selbstauferlegten Abhängigkeiten befreit hat.

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

dass ich meine Familie tatkräftig unterstütze.

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

Möglicherweise ist das die Erfahrung, wie wohltuend, heilsam und für das Glaubensleben förderlich es ist, zu keiner lokalen christlichen Gemeinde zu gehören. Früher habe ich gepredigt, dass das in jedem Fall glaubensschädlich ist. Heute denke ich das Gegenteil. Aber bitte, wir wollen nicht verallgemeinern. Auch ich bin noch auf dem Weg …

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich, als…

ich auf einer abschüssigen Straße kurz mit dem Wagen anhielt, um zu pinkeln, und dann während des Pinkelns mein Auto an mir vorbeirollte, weil ich vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen.

8. In zwanzig Jahren wird…

einer meiner Romane in einem Antiquariat verstauben.

9. Diese Website ist mein Geheimtipp im Netz:

www.biologos.org: Christen versuchen, ihren Glauben mit neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über die Entstehung der Welt zu harmonisieren.

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

Meint ihr einen von mir? Bestimmt, oder? Na gut, wenn es sein muss: Meine Kritik an der Verfilmung des ‚Hobbit‘.
https://marburgersyndikat.wordpress.com/2013/01/14/der-hobbit-im-kino-mettwurst-statt-kaviar/

 

Anmerkungen: Tickets für das Emergent Forum 2016 „Kirche für alle, aber…“ u.a. mit Hossa Talk gibt es hier.

Zehn Fragen an Daniel Weber

Daniel Weber geht hart auf die 40 zu, ist ziemlich neugierig und interessiert an zu Vielem. Teilzeithausmann und Teilzeitphysiker, Vollzeitvater und Vollzeitehemann, Hobby(internet)bastler, Hobbymusiker, Hobbyvolleyballer, Hobbydenker und Hobbygemeindedings (CityChurch Würzburg). So beschreibt Daniel Weber sich selbst – wir haben ihm zehn Fragen gestellt:

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind.

Aufgrund meines unglaublich schlechten Gedächtnisses nenne ich einfach die zwei Highlights aus dem letzten Urlaub: Nadia Bolz-Weber mit „Ich finde Gott in den Dingen, die mich wütend machen“. Und von Jonas Lüscher „Frühling der Barbaren“ (ein Geschenk von einem Freund*, den ich hiermit gleich für „10 Fragen an“ nominieren möchte). Letzteres hat mich mehr unterhalten als inspiriert.

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Der zentrale Punkt ist für mich dieser: „Keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen.“ D.h. Fragen offen- und Zweifel zulassen. Spannungen aushalten. Den eigenen aktuellen Standpunkt immer als Zwischenstation auf dem Weg ins Unbekannte zu sehen.

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Eine der größten Herausforderung sehe ich darin, die vielen Facetten des Guten an der „Guten Nachricht“ immer wieder (neu) zu entdecken, ohne andere dabei aus den Augen zu verlieren.

4. Die gute Nachricht ist…

…dass ich nicht der Einzige und auch nicht der Letzte bin, der in dieser Serie Fragen zu beantworten versucht. Oder meint ihr die „Gute Nachricht“? Dann wird es schwierig, siehe oben. Meine Antwort für mich: Dass Gott diese Welt nicht egal ist, sondern er hier eine Mission hat.

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

Meine Formen für Spiritualität im Alltag „funktionieren“ oft nur für eine gewisse Zeit, dann suche ich wieder nach neuen Möglichkeiten oder kehre zu alten zurück. Aktuell lasse ich mir nach längerer Pause wieder die Nachrichten der Twitteraccounts @losung, @SchmaJisrael, @mittagsgebet und @VaterUnser auf mein Handy pushen, um mich regelmäßig im Alltag unterbrechen zu lassen und den Blick wenigstens kurz vom Alltag abzuwenden. Diese Twitter-Dienste habe ich zusammen mit anderen vor einigen Jahren ins Netz gebracht. Zunächst nur für uns selbst, später offen für alle. Zwischenzeitlich habe ich sie kaum mehr genutzt, aktuell helfen sie mir wieder. Mehr dazu unter http://twitturgie.de/.

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

Ich glaube nicht, dass mich ein Thema so stark geprägt hat, dass ich Gefahr laufe, etwas über zu betonen (hatte ich schon von meiner Vergesslichkeit erzählt?). Vielleicht ist das aber auch nur typisch für einen blinden Fleck und man sollte besser meine Freunde* fragen…

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich, als…

… ich einem Freund, der seine Frau anrufen wollte, mein Telefon gab uns sagte, ich hätte die Nummer schon gewählt. Allerdings hatte ich nur die mir bekannte Vorwahl und dann eine zufällige Zahlenfolge eingetippt, es sollte ein Spaß für alle Anwesenden werden (außer für ihn natürlich). Am Telefon war dann seine Frau… (Geht das in die Richtung der Frage nach einem skurrilen Erlebnis?)

8. In zwanzig Jahren wird…

… immer noch kein Computer den Satz „In zwanzig Jahren wird…“ vervollständigen können.

9. Diese Website ist mein Geheimtipp im Netz:

Unschlagbar schön: Accept Jesus, forever forgiven

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

Als leidenschaftlicher Podcast-Hörer nehme ich mir die Freiheit, anstelle eines Blogposts eine Podcast-Episode zu empfehlen. Das Thema „Gute Nachricht“ kam hier ja schon zur Sprache, daher lege ich euch eine etwas ältere Predigt von Jens Stangenberg (ha, zufällig der erste Kandidat aus der Kategorie „10 Fragen an“) ans Herz, die mir neulich wieder über den Weg gelaufen ist. Er nannte sie „Die 7 Farben des Evangeliums“. Zu dem Vortrag hat Jens auch eine kurze Zusammenfassung veröffentlicht, außerdem gab es auf einem Emergent-Forum einmal einen Workshop von ihm dazu inkl. eines längeren Manuskripts. Auch Peter Aschoff hat zu dem Thema gebloggt: Blogpost 1 / 2 / 3 / 4. Damit habe ich doch noch die Kurve zum „längst vergessenen Blogeintrag“ hinbekommen…

* Name ist der Redaktion bekannt.

10 Fragen an Jens Stangenberg

Heute starten wir mit einer neuen Kolumne (10 Fragen an…). Wir stellen 10 Fragen an eine Person, die Interessantes zu sagen hat.

Heute mit Jens Stangenberg. Er ist „trotz grauer Haare erst 50 Jahre alt, seit fast 25 Jahren Pastor, seit 2005 in der Evangelisch-Freikirchlichen Zellgemeinde Bremen. Aktuell an der Frage interessiert, wie sich in den nächsten Jahren unser Wirtschaftssystem verändern wird und welche Rolle dabei Collaborative Commons spielen werden.“

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind:

  1. Frederic Laloux: Reinventing Organizations: A Guide to Creating Organizations Inspired by the Next Stage of Human Consciousness
  2. Dave Logan, John King, Halee Fischer-Wright: Tribal Leadership: Leveraging Natural Groups to Build a Thriving Organization

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Eine innere Suche und Lernbereitschaft, um das Gute der Guten Nachricht in sich wandelnden gesellschaftlichen Kontexten zum Ausdruck zu bringen.

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Konsequent die Denkvoraussetzungen für unsere gemeindlichen Weltbilder zu hinterfragen und bei Bedarf unerschrocken Korrekturen vorzunehmen.

4. Die gute Nachricht ist…

Wir können mit unserem kleinen Leben ein aktiver Teil in der unaufhaltsamen Befreiungsgeschichte Gottes sein.

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

Möglichst täglich Zeiten gefüllt mit zweckfreiem Schweigen.

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich/Sie so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

Ich verstehe die Frage nicht. Wenn aus den Erinnerungsstücken meiner Vergangenheit eine persönliche Geschichte wird, in der ich mich Zuhause fühle, dann nenne ich das Biographie. Darin auch noch die Handschrift Gottes erkennen zu können, gehört zu dem wertvollsten, das ich habe.

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich, als…

Fällt mir gerade nichts Erzählbares ein. Heißt das, dass mein Leben zu langweilig ist? Vielleicht auch einfach nur, dass ich vergesslicher werde.

8. In zwanzig Jahren wird…

…es hoffentlich gemeinsam erlebbar sein, dass bereits ein Großteil aller Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.

9. Diese Website ist mein Geheimtipp im Netz:

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

http://emergent-deutschland.de/blog/2012/12/01/horen-81-macht-und-machte-peter-aschoff/

Vielen Dank Jens!