Zehn Fragen an Gofi Müller

Gofi Müller, 70er Jahrgang, ist Autor, Musiker und Maler und lebt mit seiner Familie in Marburg. In den vergangenen Jahren veröffentlichte er mehrere Bücher und Musikalben. Zusammen mit Jacob „Jay“ Friedrichs macht er in jüngster Zeit vor allem mit dem Projekt Hossa Talk von sich hören. Gut, dass die beiden im September beim Emergent Forum dabei sind. Wir haben Gofi unsere Klassiker-Fragen gestellt:

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind.

Besonderen Eindruck hat bei mir ‚Betting on the Muse‘ von Charles Bukowski hinterlassen, diese Betrachtung des Lebens von schräg unten mit unverhohlener Gehässigkeit finde ich persönlich total aufschlussreich und in all ihrer Hässlichkeit wunderschön. N.T. Wright ist für mich ein besonders wichtiger Theologe. ‚Surprised by Hope‘ war ein großer Augenöffner.

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Ich habe hier zum ersten Mal erlebt und gelernt, dass man wirklich über alles im Bereich des Glaubens reden und nachdenken darf. Das war ein wahnsinnig befreiendes Erlebnis. Ich verstehe Hossa Talk als eine direkte Folge daraus.

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Ich denke, die größte Herausforderung besteht darin, sich nicht in altbekannten Denk- und Glaubensmustern zu verschanzen, sondern sich immer wieder neu mit den Herausforderungen unserer Zeit zu konfrontieren und uns zu hinterfragen, was es hier und jetzt bedeutet, Jesus nachzuahmen.

4. Die gute Nachricht ist…

die Botschaft, dass Gott uns von selbstauferlegten Abhängigkeiten befreit hat.

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

dass ich meine Familie tatkräftig unterstütze.

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

Möglicherweise ist das die Erfahrung, wie wohltuend, heilsam und für das Glaubensleben förderlich es ist, zu keiner lokalen christlichen Gemeinde zu gehören. Früher habe ich gepredigt, dass das in jedem Fall glaubensschädlich ist. Heute denke ich das Gegenteil. Aber bitte, wir wollen nicht verallgemeinern. Auch ich bin noch auf dem Weg …

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich, als…

ich auf einer abschüssigen Straße kurz mit dem Wagen anhielt, um zu pinkeln, und dann während des Pinkelns mein Auto an mir vorbeirollte, weil ich vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen.

8. In zwanzig Jahren wird…

einer meiner Romane in einem Antiquariat verstauben.

9. Diese Website ist mein Geheimtipp im Netz:

www.biologos.org: Christen versuchen, ihren Glauben mit neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über die Entstehung der Welt zu harmonisieren.

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

Meint ihr einen von mir? Bestimmt, oder? Na gut, wenn es sein muss: Meine Kritik an der Verfilmung des ‚Hobbit‘.
https://marburgersyndikat.wordpress.com/2013/01/14/der-hobbit-im-kino-mettwurst-statt-kaviar/

 

Anmerkungen: Tickets für das Emergent Forum 2016 „Kirche für alle, aber…“ u.a. mit Hossa Talk gibt es hier.

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