Zehn Fragen an Daniel Weber

Daniel Weber geht hart auf die 40 zu, ist ziemlich neugierig und interessiert an zu Vielem. Teilzeithausmann und Teilzeitphysiker, Vollzeitvater und Vollzeitehemann, Hobby(internet)bastler, Hobbymusiker, Hobbyvolleyballer, Hobbydenker und Hobbygemeindedings (CityChurch Würzburg). So beschreibt Daniel Weber sich selbst – wir haben ihm zehn Fragen gestellt:

1. Bitte nenne zwei Bücher, die dich besonders inspiriert haben und die noch viel zu unbekannt sind.

Aufgrund meines unglaublich schlechten Gedächtnisses nenne ich einfach die zwei Highlights aus dem letzten Urlaub: Nadia Bolz-Weber mit „Ich finde Gott in den Dingen, die mich wütend machen“. Und von Jonas Lüscher „Frühling der Barbaren“ (ein Geschenk von einem Freund*, den ich hiermit gleich für „10 Fragen an“ nominieren möchte). Letzteres hat mich mehr unterhalten als inspiriert.

2. Was assoziierst Du mit den Begriffen Emergent/ Emerging Church?

Der zentrale Punkt ist für mich dieser: „Keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen.“ D.h. Fragen offen- und Zweifel zulassen. Spannungen aushalten. Den eigenen aktuellen Standpunkt immer als Zwischenstation auf dem Weg ins Unbekannte zu sehen.

3. Was sind aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen für Christsein in der heutigen Zeit?

Eine der größten Herausforderung sehe ich darin, die vielen Facetten des Guten an der „Guten Nachricht“ immer wieder (neu) zu entdecken, ohne andere dabei aus den Augen zu verlieren.

4. Die gute Nachricht ist…

…dass ich nicht der Einzige und auch nicht der Letzte bin, der in dieser Serie Fragen zu beantworten versucht. Oder meint ihr die „Gute Nachricht“? Dann wird es schwierig, siehe oben. Meine Antwort für mich: Dass Gott diese Welt nicht egal ist, sondern er hier eine Mission hat.

5. Ein Beispiel dafür, wie ich Spiritualität im Alltag gestalte ist…

Meine Formen für Spiritualität im Alltag „funktionieren“ oft nur für eine gewisse Zeit, dann suche ich wieder nach neuen Möglichkeiten oder kehre zu alten zurück. Aktuell lasse ich mir nach längerer Pause wieder die Nachrichten der Twitteraccounts @losung, @SchmaJisrael, @mittagsgebet und @VaterUnser auf mein Handy pushen, um mich regelmäßig im Alltag unterbrechen zu lassen und den Blick wenigstens kurz vom Alltag abzuwenden. Diese Twitter-Dienste habe ich zusammen mit anderen vor einigen Jahren ins Netz gebracht. Zunächst nur für uns selbst, später offen für alle. Zwischenzeitlich habe ich sie kaum mehr genutzt, aktuell helfen sie mir wieder. Mehr dazu unter http://twitturgie.de/.

6. Eine der größten Gefahren von Menschen ist es, ihre Biografie zu totalisieren. Was hat Dich so geprägt, dass Du aufpassen musst, es nicht über zu betonen?

Ich glaube nicht, dass mich ein Thema so stark geprägt hat, dass ich Gefahr laufe, etwas über zu betonen (hatte ich schon von meiner Vergesslichkeit erzählt?). Vielleicht ist das aber auch nur typisch für einen blinden Fleck und man sollte besser meine Freunde* fragen…

7. Ein besonders skurriles Erlebnis hatte ich, als…

… ich einem Freund, der seine Frau anrufen wollte, mein Telefon gab uns sagte, ich hätte die Nummer schon gewählt. Allerdings hatte ich nur die mir bekannte Vorwahl und dann eine zufällige Zahlenfolge eingetippt, es sollte ein Spaß für alle Anwesenden werden (außer für ihn natürlich). Am Telefon war dann seine Frau… (Geht das in die Richtung der Frage nach einem skurrilen Erlebnis?)

8. In zwanzig Jahren wird…

… immer noch kein Computer den Satz „In zwanzig Jahren wird…“ vervollständigen können.

9. Diese Website ist mein Geheimtipp im Netz:

Unschlagbar schön: Accept Jesus, forever forgiven

10. Dieser längst vergessene Blogeintrag lohnt sich noch immer zu lesen:

Als leidenschaftlicher Podcast-Hörer nehme ich mir die Freiheit, anstelle eines Blogposts eine Podcast-Episode zu empfehlen. Das Thema „Gute Nachricht“ kam hier ja schon zur Sprache, daher lege ich euch eine etwas ältere Predigt von Jens Stangenberg (ha, zufällig der erste Kandidat aus der Kategorie „10 Fragen an“) ans Herz, die mir neulich wieder über den Weg gelaufen ist. Er nannte sie „Die 7 Farben des Evangeliums“. Zu dem Vortrag hat Jens auch eine kurze Zusammenfassung veröffentlicht, außerdem gab es auf einem Emergent-Forum einmal einen Workshop von ihm dazu inkl. eines längeren Manuskripts. Auch Peter Aschoff hat zu dem Thema gebloggt: Blogpost 1 / 2 / 3 / 4. Damit habe ich doch noch die Kurve zum „längst vergessenen Blogeintrag“ hinbekommen…

* Name ist der Redaktion bekannt.

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