Geistlicher Rhythmus – was ist das?

In #25 zu hören: Markus Lägel

Bereits im September veranstaltete die Initiative ›emergente Kommunitäten‹ in Ramsdorf das erste Forum emergenter Kommunitäten. Stephanie Wolf berichtet:

„Im September trafen sich in Ramsdorf bei der Gemeinschaft ›convers‹ erstmalig etwa 50 Menschen, um sich mit dem Thema Lebensgemeinschaft und der Frage nach einem gemeinsamen geistlichen Rhythmus zu beschäftigen. Menschen, die schon (lange) in verbindlicher, zum Teil klösterlicher Gemeinschaft leben oder die so leben wollen, Menschen aus verschiedensten christlichen Hintergründen und jeden Alters.

Forum emergenter Kommunitäten 2008

Ziel der Zeit dort war es, durch inhaltliche Impulse, Lebensgeschichten von erfahrenen ›Gemeinschaftlern‹ und die Teilnahme an den Gebetszeiten der Ramsdorfer ins Gespräch zu kommen, (geistliche) Gemeinschaft zu erleben und über Vernetzung nachzudenken. Es war überwältigend zu sehen, wie sehr die Jahrtausende alte Sehnsucht nach im Alltag gelebter geistlicher Verbundenheit in unserer Zeit lebendig ist und Menschen auf den Weg schickt, Gott mit neuer Hingabe zu suchen und so auch den Mit-Menschen zu dienen.

Das Wochenende bot reichlich Gelegenheit und Zeit, den damit verbundenen Fragen nachzugehen: Wie findet sich eine Gemeinschaft? Wie werden Ziele formuliert und wie umgesetzt? Wie können aus dem Raum, den Gemeinschaft schafft, Plätze für Menschen werden? Wie lässt sich aus dem eigenen Unvermögen und dem der Anderen ein Lebensstil zu Gottes Ehre machen? Wie lässt sich geistlicher Rhythmus finden und für eine ganze Gruppe gestalten?

Die Spannungen, die kommunitäres Leben mit sich bringt scheinen alt vertraut und täglich neu zu sein: Form und Inhalt, Anspruch und Wirklichkeit, Freiheit und Selbstaufgabe, Sehnsucht und Unmachbarkeit, Unterschiedlichkeit und Einheit uvm. Viele gute und alltagserprobte Vorbilder haben wir als Kommunitäten und dennoch lässt sich wirkliche Gemeinschaft nur aus der eigenen Beziehung zu Gott und der täglichen Neubekehrung zu Ihm und seiner Liebe leben.

Die Fragen sind nicht bis ins Letzte beantwortet und die Spannungen nicht aufgehoben worden. Doch das ganze Wochenende war für mich mehr als ein Forum, es war ein Stück gemeinschaftlicher geistlicher Weg.“

Bilder von der Veranstaltung findest du auf dem Blog der Emergenten Kommunitäten. Und hier gibt es jetzt den ersten von zwei Podcasts von dem Treffen. Markus stellt darin die Frage, ob wir Gott zu unserem Leben und zu unserem Rhythmus dazu addieren, oder ob Gott einen anderen Rhythmus von uns verlangen darf. Nicht selten bedeute geistlicher Rhythmus für uns, unser normales Leben zu leben, den Abstand zu Gott und zum Anderen zu wahren und ein wenig Früh- und Abendgebet hinzufügen. Markus nennt das christliche Folklore. So drängt er darauf, nach der tieferen Grundlage eines geistlichen Rhythmus zu suchen.

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