Über den ersten Studientag in Marburg

Emergent Deutschland Studientag in Marburg Heute war der erste Studientag mit Brian McLaren und Jason Clark in Marburg zum Thema emerging church. Über 300 Interessierte kamen und hörten interessante und nachdenkenswerte Vorträge. McLaren begann mit einer Einführung in den postmodernen Paradigmenwechsel. In sehr feiner Art und Weise fasste er die letzten 2500 Jahre Geistesgeschichte zusammen, um darzustellen, dass es diese Paradigmenwechsel in der Geschichte schön öfters gab. McLarens Bilder und Vergleiche waren dabei so anschaulich, dass es wunderbar war, ihm zu folgen. (Die PP dazu wird es in den nächsten Tagen zum Runterladen geben.) Danach folgte Jason Clark, der auf den Ergebnissen aufbaute und sie in einen ekklesiologischen Kontext stellte. Clark stellte zehn Gegensatzpaare vor, in denen sich die Kirche innerhalb der Postmoderne bewegt. Dabei sind die verschiedenen Spannungen nicht auflösbar und die emerging church bewegt sich in der kreativen Mitte (unter anderem: left & right brained, cataphatic & apophatic, solid & liquid, preserving/renewing/creative, agency & structure, double revolution).

Emergent Deutschland Studientag in Marburg Am Nachmittag ging es mit einer Kleingruppenphase weiter, bevor McLaren und Clark Fragen zum Vormittag beantworteten. Dann gab es den dritten Vortrag über emerging church bzw. emerging conversation. McLaren verglich dabei die emgering church Bewegung mit dem letzten Jahresring eines Baumes, der schon über Jahrzehnte gewachsen ist und eine reiche Tradition an Denominationen und Kirchengeschichte in sich hat. Emerging church hat als äußerster Wachstumsring den meisten und unmittelbarsten Kontakt zur Umwelt (gesellschaftlichen Kontext). Clark schloss den Vortrag mit den Anmerkungen ab, dass es drei verschiedene Bereiche der emerging conversion (Ort, Medien und Inhalt) gibt, wobei die Diskussion um den Inhalt (Theologie) der am meisten diskutierte Bereich ist. Zum Abschluss des Tages gab es eine Podiumsdiskussion, in der noch einmal verschiedenste Fragen des Tages aufgenommen und für den deutschen Kontext angewendet wurden. Insgesamt ein sehr guter Tag mit vielen inspirierenden Gedanken, Diskussionen und Begegnungen, die hoffentlich erst der Beginn einer weiterführenden Diskussion sind.

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Diesen Bericht verdanken wir Tobias Faix.
Wie bereits oben erwähnt wird es bald auch die Präsentation von Brian McLaren und die weiteren Vorträge hier geben.

Nicht zu vergessen dass am Donnerstag ein Studientag in Hamburg ist und wir uns ab Freitag/Samstag in Erlangen zum Forum treffen.

Wir haben auch eine Flickr-Gruppe eingerichtet durch die du deine Bilder mit uns teilen kannst: Emergent Deutschland bei flickr.

8 Kommentare

  1. […] finden die Studientage von Emergent Deutschland in Marburg statt. Ein kurzer Bericht und der Vortrag von Brian McLaren ist schon als Podcast online. Ich habe mir den Vortrag noch nicht […]

  2. Hey!

    Ich fand den gestrigen Tag echt inspirierend und erfreulich. Eine Sache hat mich jedoch traurig gemacht. Es waren überhaupt keine Frauen bei der Podiumsdiskussion dabei und auch eher ältere Herren.

    Keine Ahnung, ob es überhaupt viele Frauen gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigen und auch was zu sagen haben (außer evt. Christina Brudereck, die im Zeitgeist-Buch mitgewirkt hat). Ihr dürft mich gerne darüber aufklären. Ich freue mich auf die nächsten Diskussionen.

  3. Das es keine Frauen bei der Podiumsdiskussion gab ist mir auch aufgefallen und ich fand es schade. Aber noch mehr schade fand ich dass auf die gestellten Fragen nicht wirklich ne konkrete klare Antwort gegeben wurde. ich fand den Tag leider wenig inspirierend und viel zu wenig praktisch konkret. die Fragen fand ich am besten, und werden mir helfen weiter zu kommen, aber ein paar Antworten wären auch nett gewesen. Im allgemeinen war es viel theologisches Gerede was mir nicht wirklich was gebracht hat.

    Toni Gerdemann
  4. Die Präsentation würde mich auch interessieren.

  5. Hey
    Von mir mal ein Feedback:

    – Super Tag. Insgesamt 2

    – McLaren hatte sehr gute Gedanken und eine gute Art zu reden. Seine bildlichen Vergleiche (Hurricane, Brücke und Schildkröte) sind mir noch alle im Kopf.

    – Ich hatte den Eindruck, Clark wurde eher am Ende warm nachdem er in der Podiumsdiskussion einmal gesagt bekam, das er (nach einem Versuch) noch nicht auf die Frage geantwortet habe. Vorher empfand ich die Gedanken nicht sehr tief und bewegend. Bei seiner Art zu präsentieren, war es etwas schwieriger zu folgen, aufmerksam zu sein und sich Inhalte zu merken. Ich gewann den Eindruck, das er ein super Praktiker ist, aber einen theoretischen Vortrag halten sollte. Vielleicht sollte er nächstes Mal einfach erzählen dürfen ;)

    – Tabor als Ort war super (wobei ich da auch nicht gegessen hab und dies etwas fad gewesen seien soll ;) Ich hatte ja keine Anreise, weil ich in Marburg wohne aber von der Technik, der Ausstattung usw. war subber für einen STUDIENtag. Beim Forum erwarte ich was Persönlicheres ;)

    – Der Preis war etwas hoch für 5,5 h Programm… aber is klar -> Ihr plantet ins Schwarze und wusstet nicht was abspringt. Aber es sollte mal gesagt sein.

    – Ich fand es war eine gute Dynamik auf der Bühne. Viele wechselten in der Moderation. Mal sprang der eine hoch, mal der andere.

    – Die Präsentationen hätten vielleicht im vorhinein auf Deutsch übersetzt werden können. Ich bin des englischen nicht so mächtig und musste während dem Vortrag dauernd fragen was da steht…

    – Hätte mir noch etwas Schriftliches zum mitnehmen gewünscht. Aber bald kommen ja die Präsentationen, Protokolle, gesammelten Fragen usw. Vielen Dank für eure Mühe, alles zu dokumentieren. Das find ich das schöne an dieser Bewegung ;)

    Ich liebe euch, bis morgen…
    Fab$e/ Marburg

  6. […] nun einige Tage her, seit dem ich wieder aus Marburg (dem ersten Emergent-Deutschland-Treff) nach Hause zurückgekehrt bin. Karl ist schon gut dabei, über seine Video Blog Postings seine […]

  7. Also, für mich war´s ein Top- Tag, der mich definitiv inspiriert hat…und ermutigt, betimmte Denkrichtungen und Projekte aus meinem Alltagsleben weiter zu verfolgen. Die vermeintliche Theorielastigkeit oder Abstraktion habe ich eher als wohltuende Weigerung empfunden, sich auf ein 7- Schritte- Programm zum ultimativen Gemeindewachstum oder eine praktische Anleitung zum glücklichen Christenleben festzulegen (das macht mich sowieso immer misstrauisch)…Vielmehr haben mich die Beiträge angeregt, in meinem Umfeld noch viel stärker auf die Suche zu gehen nach den Fragen, die gestellt werden und die wirklich brennen- anstatt Prorgamme zu entwickeln und an vermeintlich wasserdichten Antworten zu basteln- auf Fragen die vielleicht gar keiner gestellt hat. Ganz nebenbei scheinen das zumeist auch meine eigenen Fragen zu sein. Und in der Unzufriedenheit mancher Nicht- Kirchgänger spiegelt sich ziemlich oft meine eigene wieder.Vielen Dank also auch ins Besondere für die Statements gegen „Ghettoisierungs-“ und Abgrenzungstendenzen von Christen…macht mich auch immer ganz traurig- und glücklich zu sehen, dass es eben doch viele andere Christenmenschen gibt, die sich vermengen und einfach leben, wo das Leben eben stattfindet.
    Danke für alle Anstöße und Ideen!

  8. […] fand es eine sehr tolle Sache. Die Betonung lag im Gegensatz zu den Studientagen in Marburg und Hamburg weniger auf der Auseinandersetzung mit Konzepten als auf dem Austausch von Leuten, die […]

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