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	<title>Emergent Deutschland &#187; Peter Aschoff</title>
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	<description>Ein Beitrag zum emergenten Dialog von Emergent Deutschland. Interessante Gespraeche, Vortraege und aehnliches zu Theologie, Nachfolge und Kirche in unserer Zeit erwarten Dich hier. Fuer weitere Informationen und um auf anderen Wegen am emergenten Dialog teilzunehmen laden wir Dich ein http://www.emergent-deutschland.de zu besuchen.</description>
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		<title>Offener Brief an Helmut Matthies (idea)</title>
		<link>http://emergent-deutschland.de/2007/12/10/offener-brief-an-helmut-matthies-idea/</link>
		<comments>http://emergent-deutschland.de/2007/12/10/offener-brief-an-helmut-matthies-idea/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2007 13:51:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Aschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[emergent deuschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Matthies,als einer der Initiatoren des Besuchs von Brian McLaren f&#252;hle ich mich sehr geehrt von der Aufmerksamkeit, die Sie dem Thema Emerging Church entgegen bringen....  Genau deshalb haben wir Brian McLaren eingeladen, der mit Tony Campolo und Jim Wallis in seinem Heimatland diese Zust&#228;nde seit langem hart kritisiert und daf&#252;r einen hohen Preis bezahlt hat. Mich haben Ihre klaren Worte sehr gefreut, weil ich bisher nicht so recht wahrgenommen habe, wie kritisch sie den Kurs der Regierung Bush und dessen soziale Folgen bewerten, aber ich freue mich &#252;ber diese Einsch&#228;tzung ungemein.  Brian McLaren ist wie fast alle, die sich an der emerging conversation beteiligen, im &#252;brigen explizit nicht mit dem Anspruch unterwegs, anderen Rezepte zu geben oder gar Vorschriften zu machen....  W&#228;hrend andere Bewegungen &#252;ber gro&#223;e Kongresse und B&#252;cher in hohen Auflagen Themen, Methoden und Konzepte - durchaus zum Segen f&#252;r viele Gemeinden - hier vorstellen und verbreiten, dreht sich hier nun vieles darum, einen offenen Raum zu schaffen, in dem ungel&#246;ste Fragen, die der Wandel der letzten Jahre aufbrechen lie&#223;, ohne Konformit&#228;tsdruck und ohne falschen reformatorischen Eifer bedacht werden k&#246;nnen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Matthies,</p>
<p>als Initiatoren des Besuchs von Brian McLaren f&#252;hlen wir uns sehr geehrt von <a href="http://www.idea.de/index.php?id=355&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=59755&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&amp;cHash=27bfb2e4f7">der Aufmerksamkeit, die Sie dem Thema Emerging Church entgegen bringen</a>. Wer h&#228;tte das gedacht, dass ein paar kleine Zusammenk&#252;nfte ohne gro&#223;e Werbung und mit denkbar knappem Vorlauf quasi aus dem Stand zur Chefsache Ihrer Redaktion werden?</p>
<p>Lassen Sie uns in der Antwort auf Ihren Artikel mit den Gemeinsamkeiten beginnen: Wir alle teilen Ihre Kritik an den Zust&#228;nden in den USA ohne jede Einschr&#228;nkung! Genau deshalb haben wir Brian McLaren eingeladen, der mit Tony Campolo und Jim Wallis in seinem Heimatland diese Zust&#228;nde seit Jahren anprangert und daf&#252;r keinen geringen Preis bezahlt hat. Da haben uns Ihre klaren Worte sehr gefreut, weil wir bisher nie so recht wahrgenommen haben, wie kritisch sie die Folgen der Sozialpolitik der aktuellen US-Regierung bewerten.</p>
<p>Ihre nur zu berechtigte Frage “Wie ist es (&#8230;) m&#246;glich, dass auf ethischem Gebiet wesentlich schlimmere Missst&#228;nde herrschen als in Deutschland, wo sich nur 1 bis 2% als evangelikal bezeichnen?”  w&#228;re durchaus eine vertiefende Serie in Idea wert! Wir schlagen vor, auch die Haltung der Regierung Bush zu Krieg als Mittel der Politik, Todesstrafe und &#214;kologie noch in die Problembeschreibung einbeziehen. Sind am Ende zu viele Evangelikale einfach nicht gut f&#252;r ein Land? Und wenn wir schon dabei sind: Welche evangelikalen Ausbildungsst&#228;tten hier zu Lande kooperieren eigentlich mit US-amerikanischen Hochschulen, um ihren Absolventen internationale akademische Abschl&#252;sse zu bieten?</p>
<p>Brian McLaren ist wie fast alle, die sich an der <em>emerging conversation </em>beteiligen, im &#252;brigen explizit <em>nicht</em> mit dem Anspruch unterwegs, anderen Rezepte zu geben oder gar Vorschriften zu machen. Im Gegenteil, er kam nach Europa um bewusst zu h&#246;ren und zu lernen. Er und Jason Clark waren fast schon zu vorsichtig darin, Dinge zu beurteilen, die sie noch nicht gut genug kennen und verstehen. W&#228;hrend andere Bewegungen &#252;ber gro&#223;e Kongresse und B&#252;cher in hohen Auflagen Themen, Methoden und Konzepte &#8211; durchaus zum Segen f&#252;r viele Gemeinden &#8211; hier vorstellen und verbreiten, dreht sich bei unseren Gespr&#228;chen um emerging church nun vieles darum, einen offenen Raum zu schaffen, in dem die ungel&#246;sten Fragen, die der tief greifende Wandel der letzten Jahre aufbrechen lie&#223;, ohne Konformit&#228;tsdruck und ohne falschen reformatorischen Eifer bedacht werden k&#246;nnen. Es ist daher kein Gegensatz zu fr&#252;heren Ans&#228;tzen, wohl aber eine Erweiterung und Erg&#228;nzung. &#220;ber Willow Creek zum Beispiel habe ich nur positive Aussagen geh&#246;rt in diesen Tagen &#8211; keine Abges&#228;nge. Daf&#252;r wird das von Ihnen zu Recht genannte schillernde Attribut “wiedergeboren” und damit verbundene Konzepte von Mission und Gemeindeaufbau rigoros auf den theologischen Pr&#252;fstand gestellt.</p>
<p>Sie schreiben: “Es ist kaum eine wirklich neue Erkenntnis dabei gewesen.” Das hatte ja auch niemand vorab suggeriert. Vielleicht hat es uns in Deutschland ja auch nie an <em>Erkenntnis</em> gemangelt. Wohl aber hat es uns an zwei Dingen gefehlt: Erstens an dem Mut, Erkanntes konsequent umzusetzen und dabei alte Z&#246;pfe auch einmal abzuschneiden und ausgetretene Pfade zu verlassen; zweitens an der menschlichen Gr&#246;&#223;e, anderen experimentelle Spielr&#228;ume einzur&#228;umen, Fehler und Scheitern zu tolerieren und den Nachwuchs oder die Pioniere auch dann zu f&#246;rdern und zu unterst&#252;tzen, wenn sie unsere eigenen Vorlieben dabei nicht so bedienen, wie wir es gerne h&#228;tten. Auch in diesem (nicht dogmatischen) Sinne gilt doch das reformatorische “ecclesia semper reformanda”. Und da stehen wir Deutsche erst ganz am Anfang, meinen wir.</p>
<p>Wir als Initiatoren von emergent Deutschland haben auf zahlreichen Weblogs und in dem j&#252;ngst im Francke-Verlag erschienenen Sammelband “<a href="http://zeit-geist.info/">Zeitgeist</a>” eigene theologische und praktische Ans&#228;tze zu der Thematik von Kirche in der Kultur der Postmoderne vorgelegt. Dabei spielen die Arbeiten gro&#223;er deutscher Theologen wie Dietrich Bonhoeffer, J&#252;rgen Moltmann oder auch Karl Barth eine wichtige Rolle. Wenn nun ein internationaler Austausch folgt, dann funktioniert dieser &#8211; anders als bei vielen fr&#252;heren “Importen” &#8211; in beide Richtungen. Wir Christen in Deutschland haben schon viel l&#228;nger Erfahrungen mit weltanschaulichem Pluralismus und fortgeschrittener S&#228;kularisierung als die Kirchen in vielen Gebieten der USA. Die Reaktionen fallen auch bei uns unterschiedlich konstruktiv aus. Vielleicht werden wir auch noch ein bis zwei Generationen brauchen, um zu besseren Antworten zu gelangen &#8211; das w&#228;re nicht das erste Mal in der Kirchengeschichte. Die Zeiten eines unilateralen “Exports” aber sind vorbei &#8211; egal in welche Richtung.</p>
<p>Das bringt uns zum vorletzten Punkt &#8211; in Ihren Worten war das die Frage: “Nimmt man eigentlich noch die Erkenntnisse der eigenen „V&#228;ter” zur Kenntnis?“ Ja, selbstverst&#228;ndlich: In der ”emerging church“ werden die christlichen Mystiker des Mittelalters wieder entdeckt, wird &#252;ber Symbolik und Liturgie diskutiert, entstehen Missionsorden und neue Formen kl&#246;sterlichen, kontemplativen Lebens, bl&#252;ht das Interesse am &#246;kumenischen Dialog mit den Ostkirchen in Fragen der Soteriologie neu auf; und von den ”liberalen“ Christen oder den Befreiungstheologen Lateinamerikas lernen wir, unsere Gesellschaft aktiv und engagiert mitzugestalten. Es sind keineswegs nur oberfl&#228;chliche Anleihen, die hier gemacht werden.</p>
<p>Zuletzt: Sie konstruieren einen f&#252;r unser Empfinden unhaltbaren und irref&#252;hrenden Zusammenhang zwischen den bedauerlichen Finanzn&#246;ten einiger Organisationen und neuen Bewegungen, von denen Sie dann nur ”Emerging Church“ explizit nennen. Es hat uns nachdenklich gemacht, dass Sie hier <em>wirtschaftlich</em> und nicht theologisch argumentieren. Schlie&#223;lich existiert hier gar kein Verein und kein Werk, es werden keine Spenden gesammelt und keine aufw&#228;ndigen Kongresse veranstaltet, die gro&#223;e Summen verschlingen.</p>
<p>Die L&#246;cher in den Kassen waren also schon l&#228;ngst da. Wie kommen Sie also zu dem Vorwurf, dass einige hier verantwortungslos anderen in den R&#252;cken fallen? Die Studientage &#252;ber Emerging Church waren mit dem Leitungskreis der Lausanner Bewegung/Koalition f&#252;r Evangelisation in Deutschland abgestimmt. Diesem Kreis geh&#246;ren verantwortlich denkende, international vernetzte und keineswegs unkritische Vertreter aus Kirchen und Werken an. Wir haben auch dar&#252;ber hinaus vieles unternommen, um dieses Gespr&#228;ch in die kirchliche Landschaft hier zu integrieren.</p>
<p>Es wird im kommenden Jahr sicher eine Fortsetzung der Gespr&#228;che der letzten Woche geben. Sie sind herzlich eingeladen, sich dann selbst ein Bild zu machen, um nicht auf Meinungen aus zweiter Hand angewiesen zu bleiben. Ob Emerging Church wirklich eine ”Bewegung“ wird, halten wir noch nicht f&#252;r ausgemacht. Die Kirchen in Deutschland wird Gott reformieren &#8211; oder auch nicht. Aber vielleicht hat er, wenn er es tut daf&#252;r mehr als nur ein einziges Modell im Sinn.</p>
<p>In diesem Sinne w&#252;nschen wir Ihnen in dieser adventlichen Zeit der Erwartung das wache Bewusstsein daf&#252;r, dass Gottes Erscheinen in dieser Welt unsere Erwartungen und Vorstellungen &#8211; ob konservativ oder ”emergent“ &#8211; oft in &#252;berraschender Weise auf den Kopf stellt.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en,</p>
<p>Peter Aschoff, Dagmar Begemann, Daniel Ehniss, Tobias Faix, Tobias K&#252;nkler, Alex Kupsch, Dominik Sikinger, Jens Stangenberg, Bj&#246;rn Wagner, Daniel Weber</p>
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